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                                                           ... ob die Erde wirklich rund ist

Abschied aus Kroatien mit Besuch der wunderschönen Insel Korcula

8/4/2022

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Abschied aus Kroatien mit Besuch der wunderschönen Insel Korcula, Ankern ca. 35 km von Dubrovnik entfernt. Die Gässchen und Stadtmauer von Dubrovnik mit einfach zu vielen Touristen im Sommer, frühmorgendliches Ausklarieren in Cavtat.
Nun rennt die Zeit reisend so dahin, und ich möchte euch einmal wieder berichten:
Nach unserem ganz schönen Treffen mit drei Paaren von anderen Schiffen brachen wir wieder auf, um uns Richtung Korcula / Süddalmatien zu bewegen. Es war nur ein kurze Segelstrecke von ca. acht Seemeilen mit einem Panorama zwischen den Gebirgszügen der Halbinsel Peljesac zur Backbordseite und den waldreichen, in verschieden Grüntönen schimmernden Bergen Korcula’s auf Steuerbord. Peter hatte eine Ankerbucht vor der Stadt Korcula im Osten gewählt. So motorten wir ziemlich problemlos in die Luka Banja und machten an einer Boje fest. Sofort näherte sich ein Boot mit Junge und Hund an Bord, der abkassierte. Dieses überzogene überall Bezahlen, ohne Gegenleistung wie z.B. Wasser und Strom, fängt an, mich an Kroatien zu ärgern, bei allem Verständnis, dass Tourismus hier die Lebensgrundlage sichert.
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Wir lagen jedoch gut vor Wind geschützt und machten uns auf zu unserer ersten Entdeckungstour: wanderten ca. 35 Minuten an der Straße entlang mal wieder in der Mittagshitze (das können auch nur Touristen sein!) und wurden mit wunderschönen Ausblicken auf Landschaft und die Mittelalterstadt Korcula belohnt . Wir bummelten die Promenade mit sehr gepflegter Gastronomie entlang, gönnten uns eine Pizza und ließen einfach die Eindrücke auf uns wirken. Für mich gehört der Besuch dieser Insel zu den bisherigen Highlights unserer Reise
Unsere Rattenbegegnung möchte ich dabei nicht unerwähnt lassen: Auf dem Rückweg saßen wir in einem Café und Peter starrte konzentriert auf den Fußboden. Am Nachbartisch wirbelte Personal herum. In aller Seelenruhe bat mich Piet schnell die Füße hochzuheben, und da sah ich sie: eine Ratte unter dem Nachbartisch im Begriff über meine Füße zu rennen. Und schon flitzte sie los, verletzt am Rücken, unter ein nahe gelegenes Auto. Ich hatte keine Lust mehr auf meinen Espresso, schnappte das Wasser und wir zogen beschleunigten Schrittes ab. Was mag wohl in dieser Küche los gewesen sein?
So trollten wir uns auf unser Boot zurück. Kühlten uns schwimmend ab und genossen den Abend. Am nächsten Tag ankerten Ilona und Andreas von der Yoko und ihre Freunde Jeanet und Heinz von der Dar melica two auf der anderen Seite der Bucht und informierten uns, dass wir dort umsonst an der Boje liegen könnten, wenn wir in dem Restaurant essen würden. Das war nichts für Piet. Diese Form der Bezahlung lehnt er ab. Wir blieben einen weiteren Tag an unserer Bezahlboje und unternahmen einen Busausflug ans andere Ende der Insel nach Vela Luka durch die gebirgige Landschaft, mit Olivenhainen und Weinanbau immer wieder wunderschöne Ausblicke preisgebend.
Tja, und der Fährhafen an einem Sonntag für mich enttäuschend: Es wurde in eine große Marina investiert, aber kaum ein Boot lag darin. Der Ort hatte für mich überhaupt keine Ausstrahlung, auch nicht als die Menschen am Spätnachmittag vom Strand zurückkamen und den Ort belebten.
Und wir hatten bis zur Rückfahrt viele Stunden zu überbrücken, drückten uns von Schattenplatz zu Schattenplatz, warteten sehnsuchtsvoll auf unseren Bus, der uns am Abend übervoll nach Korcula Stadt zurückbrachte.


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Am nächsten Morgen (11.7.2022) legten wir ab und erlebten unerwartet 30 Knoten Wind mit ordentlichem Wellengang in dem schlauchartigen Wasserweg zwischen den Gebirgszügen von Peljesac und der Insel. Es böete ganz ordentlich mit diesen scheinbar typisch drehenden Winden. So erreichten wir nach 40 Seemeilen in knapp acht/neun Stunden unsere neue Ankerbucht Slano, 30 km nordwestlich von Dubrovnik. Einfach ankern in nicht bootsüberfüllter Bucht, hurra!
 Hier lernen wir am 14.7.2022 Elena und ihren Mann Rainer von der Ophelia und das Ehepaar Franz und Ingrid von der Starlight kennen, die sich als relative Bootsneubesitzer zusammen getan haben, um all die immer wieder auftauchenden Schwierigkeiten an Bord und auf See irgendwie zusammen zu meistern. Wieder eine ganz schöne Begegnung von Menschen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und ihre Träume verwirklichen. Dieses „Anfängertum“ tut mir gut, da es mir in vielem ähnlich ergeht: z.B. das Lauschen auf nicht einzuordnende Geräusche in der Nacht, häufige Reparaturen, nicht einschätzbare Wetter– und Windverhältnisse, Auswahl der Ankerplätze und vieles mehr.
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Ich kann mich da auf Piet als erfahrenen Skipper verlassen, aber kann ich das irgendwann alles selbst bewältigen?
Es ist einfach immer noch sehr viel Neues. Ich bin mehr spezialisiert im Auskundschaften schöner Plätze an Land.
Ja, und das machen wir per Linienbus nach Dubrovnik auch. Diese Busfahrten bieten immer für wenig Geld erst einmal eine schönen Überblick: entlang einer Küstenstraße mit wunderschönen Ausblicken nähern wir uns dieser Stadt. Der Busfahrer rast im Menschen überfüllten Bus rücksichtslos vor sich hin. Einer jungen Frau neben mir wird schlecht, und sie klammert sich an ihren Begleiter. So schaukelt es nun auch gewaltig nicht nur auf dem Boot.
Über eine imposante Brücke erreichen wir das Hafengebiet von Dubrovnik. Piet hat hier schon mehrere Nautikshops recherchiert. Also starten wir dort; erstehen den längst überfälligen Lifesling, ein Rettungssystem mit Leine und  Auftriebsmaterial, das wir an die Reling montieren.
Schon wieder mächtig heiß geworden, marschieren wir tapfer den drei kilometerlangen Aufstieg in die Altstadt (Stari Grad). Piet forsch voran, ich innerlich fluchend, immer wenn ein Bus an mir vorbei rauscht. Besichtigung wird hier halt per pedes erarbeitet.
Und wir werden ja auch durch wechselnde wunderschöne Blicke auf die Altstadt belohnt. Oben angekommen werden wir durch den nicht enden wollenden Touristenstrom erschlagen. Durchs westliche Pile Tor gelangen wir mehr geschoben als frei gehend, vorbei an einem Musiker in diese durch die Stadtmauer geschützte Stadt.
Kaum vorstellbar, dass die jugoslawische Volksarmee in der Anfangsphase des Kroatienkrieges 1991/92 eine Bombardierung mit über 650 Mörsergranaten am 6.12.1991 und Belagerung auf die Zivilbevölkerung startete . Viele Zivilisten verlieren ihr Leben, ein Prozent der Stadt brennt nieder und über die Hälfte der Dächer werden beschädigt, als es in weiteren acht Monaten zu langen Schiffs- und Artillerieangriffen der Serben kommt.
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Der Wiederaufbau dauert zehn Jahre. Durch diese historische, wirklich einmalige Stadt schlendernd, von der ca. zwei Kilometer langen Stadtmauer die neu eingedeckten Dächer rötlich schimmernd zu sehen, lässt mich gedanklich doch festhalten über die Sinnlosigkeit von Krieg nachzudenken Einschusslöcher in alten Holztüren weisen mahnend darauf hin. Im Lauf der Geschichte hat diese Stadt ja auch wirklich viel erlebt.
Bauten aus dem Mittelalter treffen auf Barock und Renaissancebauten. Alles wirkt wie ein Gesamtbild und hat uns schon sehr beeindruckt.
Irgendwann fallen mir viele Menschen mit schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „Game of thrones" auf, die hier auf den Spuren ihrer Serie wandeln.
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Ich habe diese amerikanische Serie nie gesehen. Meine Tochter Isabelle berichtete mir jedoch, es sei eine komplexe Saga um Macht, Intrigen, Kriege, Vergewaltigungen, Gesellschaftsverhältnisse, alles recht grausam dargestellt. Da sieht man mal, was wir für Unterhaltung ansehen. Die mittelalterliche Kulisse mit ihren verwinkelten Gässchen, Treppen, die trutzhaften Wehrtürme bieten sich für Gruselgeschichten an.
Ich besuche dann noch eine kleine Dali Ausstellung. Mit einem kleinen Teil seiner Pferdebilder, Lithographien für eine Bibelillustration, Illustrationen für Alice im Wunderland und Drucke aus der Devine Comedy. Piet, der Dali’s Werke gut kennt, blieb draußen im Schatten und wartete. Ich denke, er hat nichts versäumt. Ich bin durch einige Bilder mal wieder in der Fantasie gereist und angeregt.
Irgendwann sind wir regelrecht „seh-müde“ von all den Eindrücken und begeben uns vor die Stadtmauer, wo wir von einem Restaurant aus das Treiben noch einmal beobachten.
Müde und vom Tag erfüllt, kehren wir gern in die Ruhe unseres Bootes zurück.
Nach einem Ruhetag fahren wir noch einmal nach Dubrovnik: Piet bleibt im Hafen und organisiert weiteres Material für unseren Albatros, und ich wollte mir gezielt einiges anschauen. So besuche ich in einem Nebengässchen eine „war photo limited“ Ausstellung. Diese Bilder drücken das Leid und auch manchmal mitten in den Trümmern das Stück Liebe und Glück mehr aus als, wie habe ich es gerade im Spanischen gelernt‚ tantas palabras (viele Worte). Berührt trottete ich durch die an diesem Tag weniger bevölkerten Gässchen, hin zu der Jesuitentreppe mit der Kirche St. Ignatius an der Spitze. Ein sehr schöner Platz in der Altstadt.
Durch die Gässchen mich treiben lassend kam ich wieder an die Stadtmauer mit einem Durchlass zu einer Art Felsen Café. Hinkommen leichter gesagt als getan: vier Damen posten und fotografierten sich gegenseitig in sämtlich verrenkten Positionen in aller Ruhe. Ich beobachte die Szenerie schmunzelnd. Wir leben wohl zunehmend weltweit in einer sehr auf äußere narzisstische Darstellung bedachten Welt. Unsere Generation kann sich gar nicht so auf Knopfdruck hinstellen.
Bei wunderschönem Ausblick genoss ich mein Getränk zu einem stattlichen Preis. Tja, Ihr werdet es kaum glauben, ich bat eine der Damen um ein Foto. Ich wollte doch mal sehen, wie es geht.
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Nun hatte ich allmählich wieder Sehnsucht Piet zu treffen und bewegte mich stadtauswärts, vorbei an einer ganz unscheinbaren Tür in das Franziskanerkloster, wo sich angeblich  Europas älteste Apotheke seit 1317 befindet. Es war einfach mitten in dem Rummel ein stiller Ort mit heute noch betriebener Apotheke und sehr gut erhaltenem Kreuzgang und Museum mit Inventar einer Apotheke, würde sagen aus dem 17.-18. Jahrhundert. Alte Rezepturbücher unter anderem in deutscher Sprache.
Nach einer guten inneren Einkehr machte ich mich auf den Rückweg. Ohne Ort und Zeit festgelegt zu haben, trafen Piet uns in einem Restaurant und tauschten uns über die unterschiedlich verlebte Zeit aus. So ging wieder ein erlebnisreicher Tag zu Ende.
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Langsam bereiteten wir uns auf das Ausklarieren aus Kroatien vor, wo wir nun doch über sechs Wochen waren. Wir hoben am 15.7.2022 den Anker und motorten in eine Bucht Srebreno/Soline vor Cavtat, wo wir uns am nächsten Morgen abmelden wollten. Nun waren wieder praktische Sachen gefragt, auf der Fahrt unter Motor stellten wir unseren watermaker an, um aus Salzwasser für unseren Gebrauch Süßwasser zu produzieren. Das Ganze hat inzwischen einen eingespielten Rhythmus, und ich betrachte unser Wasser als wertvolles Gut.
Nächsten Tag klarierten wir dann gleich frühmorgens aus, der Hafenmeister war kaum im Dienst, die Hafen-Polizistin hatte uns schon beobachtet und war nicht zufrieden, dass nicht einer von uns an Bord geblieben war. Piet konnte doch recht charmant die Situation klären. Es lebe die Geschlechteranziehung mit ihren Spielchen.

Auf in ein neues Land, Montenegro. Davon handelt der nächste Bericht.
 
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Gundula hisst die Gastlandflagge von Montenegro unter der Steuerbord Saling
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