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                                                           ... ob die Erde wirklich rund ist

von Rogoznica nach Brac: Abstecher in die Blaue Lagune

7/29/2022

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von Rogoznica nach Brac: Abstecher in die Blaue Lagune: nach dem Motto, wie locke ich Touristen an und wir fragen uns, was ist das Besondere; Festmachen am Steg auf Brac in Postira; eine schweißtreibene Wanderung; Überfahrt nach Hvar, Treffen mit meiner Schulkameradin Milena nach über 40 Jahren.
 
Am 30.6.2022 brechen wir gemütlich vor Rogoznica auf, heben den Anker und segeln durch eine wunderschöne Inselwelt Richtung Brac. Auf dem Weg liegt die in Reiseführern beschriebene Blaue Lagune. Piet, der dort eher nicht hinfahren möchte, erfüllt mir den Wunsch einer Mittagspause dort. In einer von Yachten völlig überfüllten Bucht mit halsbrecherisch ankernden Booten nehmen wir einen kurzen Snack an Bord ein und springen ins türkisfarbene, bis zum Meeresboden klare Nass um uns in der Mittagshitze abzukühlen. Wir haben blau-türkisfarben schimmerndes Wasser an anderen weniger angepriesen Stellen hier schon so oft gefunden und gesehen, dass wir uns fragen, was ist denn nun das Besondere.
Als ein Segler so dicht neben uns ankert, dass eine Kollusion fast unvermeidlich ist, machen wir, dass wir wegkommen.
Na ja, und die Moral von der Geschicht’: glaubt manchem Reiseführer nicht!
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Weiter geht es gen Brac. Gegen Spätnachmittag erreichen wir den kleinen Hafen von Postira an der Nordküste von Brac und machten dort an einer Hafenmuring fest. Promenade und Häuser und eine Statue erstrahlen in hellem Kalksandstein. Dies kleine Örtchen mit ca. 1600 Einwohnern wird abends wach mit Musik aus mehreren  Ecken, einem Kinderfest und am darauffolgenden Tag mit einer Hochzeit. Mit großem Feuerwerk um 24.00 Uhr von der Hafenpier scheint der ganze Ort mit ins Fest einbezogen zu sein. Wir schlummern schon erschossen von unserer Wanderung, von der ich euch gleich erzählen werde, im wohl verdienten Schlaf, als laute Raketenknaller losgehen. Nun wieder wach, war es aus dem Bullauge unserer Koje wunderschön anzusehen. Piet fürchtete wegen der Nähe Funkenflug an Deck. Nein, wir haben nichts davon abbekommen. Es lagen ja noch einige Segler näher dran.
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Brac, bekannt durch Kalksandsteinbrüche, Olivenhaine und Weinanbau, sollte nun ja auch durch uns „erforscht“ werden: also Wanderkarte aus dem Touristenbüro geholt und morgens zu spät los. Mein Vorschlag einer 4 ½ stündigen Tour (Hintour!!) auf den höchsten Gipfel  Vidova Gora verwarfen wir glücklicherweise, da Piet sich an der linken Wade mit heftigem Hämatom verletzt hatte. Ein Glück!: die sogenannte kleine Wanderung hieß die Berge rauf und runter. Das sollten 3 km sein bis in das Bergdorf
Dol? Die Wegweiser der Route verschwanden im Nirvana und es wurde heißer und heißer zwischen nicht endenden Olivenhainen und Weinanbauten über felsigem Gelände. Piet immer emsig vorweg, wartend uns Wasser gebend, erreichten wir bei Temperaturen gefühlt zwischen 33-35 Grad das Dörfchen Dol. Wir sind laut Schrittzähler 7,5 -8 km gelaufen.
Wer sagt es denn, viele, auch längere Wege führen ans Ziel. Erst mal hinein in den Dorfladen, wo wir zuvor beobachteten wie Kühlketten von Milch und Joghurt durchbrochen wurden, was uns gar nichts ausmachte: wir brauchten ja einfach nur Waaaasser!
Flüssigkeitsaufgefüllt ging es hinab in das mittelalterlich wirkende Dorf und oh Wunder fanden wir die Konoba  Toni (kleine einfache Gaststätte), wo wir uns bei traditionellem Essen ,gefüllte Paprika mit Reis und Hack, erholten. Piet -beim Essen eher zurückhaltend- bestellte sich den vom Wirt empfohlenen Dol-Kuchen Hrapocusa. Unscheinbar daherkommend ein wunderbarer Nusskuchen. Piet entwickelte naschkatzenartige Gelüste! Ich selbst trank den ersten guten dalmatinischen Hauswein. Durch die Hitze und  Wanderung zuvor war ich bei geringer Menge fröhlich motiviert für unsere Rücktour. Diesmal an einer neu asphaltierten Straße entlang, fast ohne Schatten, erreichten wir nach ca. drei Kilometern (da waren sie nun!) nach einer dreiviertel Stunde wieder Postira.
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Die Anstrengung war nach einem Sprung ins Meer wieder vergessen. Die Wassertemperaturen sind so angenehm bei ca. 25-27 Grad, dass es überhaupt keine Überwindung bedeutet, ins Wasser zu gehen.
Am Abend saßen wir an der Pier, beobachteten den Sonnenuntergang und bereiteten unsere Weiterfahrt auf die Insel Hvar vor. Ich muss mich noch immer daran gewöhnen, dass Piet die Kriterien guter Plätze zum Ankern und Festmachen nach Wind und Wetter auswählt.
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Auf dieser Insel hatte ich mir vorgenommen die ehemalige Schulkameradin Milena ausfindig zu machen. Ich habe sie seit Jahrzehnten nicht gesehen.
Die Recherche übers Internet, über eine Schulfreundin und unseren ehemaligen Englischlehrer ergab nur den veränderten Nachnamen und den Ort Vrboska im Norden der Insel. Also ankerten wir in einer davor gelagerten recht belebten Bucht. Ich rief die Touristeninformation an, da Milena als Hoteldirektorin tätig sein sollte. Eine nette junge Dame erklärte mir in perfektem Englisch, ja, sie würde sie kennen. Den Datenschutz wahrend, fragte sie nach meiner Telefonnummer, die sie weitergeben würde.
Dann geschah zunächst gar nichts. Spätabends hatte ich eine Nachricht von Milena .
Hurra! Und am nächsten Tag um 17.00 Uhr wollten wir uns im Beach Kafic, ein kleines Holzhäuschen in unserer Bucht treffen. Wir fanden die Örtlichkeit mit unserem Dingi vom Katamaran herübertuckernd sofort. Ich stand mit dem Rücken zum Cafe, drehte mich um und fühlte mich um Jahrzehnte zurückversetzt:  die bekannte Stimme, Statur, Gestik und Mimik, halt nur etwas älter. Es waren muntere dreieinhalb Stunden Austausch, wo wir auch viel über die Umstände kurz nach dem Krieg in den neunziger Jahren hier in Kroatien erfuhren. Es war sicherlich eine große Umstellung für Milena, viel in der Welt rumgekommen, sich hier mit Familie in einem kleinen Ort zu etablieren, So kreuzten sich nun unsere Lebenswege. Dieses Wiedersehen war für mich einfach eine große Freude. Ich bin gespannt, ob, wann und wo wir uns das nächste Mal treffen werden.
Auf Hvar blieben wir einige Tage, besichtigten mit dem Linienbus hinfahrend die Stadt Hvar, wo die Fähren die Touristen zur Zeit zu Hunderten auf die Insel bringen.
Wir wanderten und bummelten durch verwinkelte Gässchen. Ich spazierte dann auf die Festung. Die wunderschöne Aussicht über die vorgelagerten Inseln von oben und den Aufstieg durch Pinienwald und eine Art Kräutergarten genoss ich sehr. Diese Stadt war aufgrund der nautischen Lage schon vorchristlich für verschiedene Mächte interessant; Blütezeit war wohl während der Herrschaft der Venezianer als Handelsplatz.
Nun ist es ein sehenswerter, jedoch beginnend überlaufender Ort für Touristen aus aller Herren Länder. Erstmals fielen mir wieder die vielen Asiaten und Engländer auf.
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Unsere Weiterfahrt von Hvar verzögerte sich dann durch das Aufkommen von stark böigen sich in der Richtung wechselnden Winden. Unsere Bucht vor Vrboska füllte sich mit Yachten. Piet meinte, es sei wie auf dem Jahrmarkt und wollte nur noch weg. Insbesondere nachdem sich in der Nacht ein im Päckchen liegender nicht ankender Katamaran vor uns liegend selbstständig machte. Die Leute dort an Bord bemerkten es dann doch und zogen von dannen.
Am nächsten Morgen machten wir alles klar Schiff und segelten bei noch recht aufgewühlter See vom Vortag Richtung Korcula.
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Wir suchten uns die Ankerbucht Levina noch vor Korcula aus. Hier trafen wir auf mehrere Boote mit der Trans Ocean-Flagge, die hier fast wie verabredet ankerten. Trans Ocean ist ein Verein deutscher Hochseesegler, wo Piet Mitglied ist, und worüber wir uns über Vortragsreihen immer mittwochs vorbereitet haben.
Also heißt es Kontakt aufnehmen: mit dem Dingi tuckerten wir erst mal zum Katamaran Yoko (auch eine Fontaine Payot, Lipari 41) und lernten Ilona und Andreas aus Rostock kennen.

Heute sitzen wir nun ein zweites Mal auf unserer Tour im Regen. Ich genieße gerade diese Zeit und schreibe diesen Bericht. Da tuckert ein Dingi zu uns und siehe da, Ilona und Andreas organisieren gerade ein Trans Ocean-Treffen heute Abend in einem Restaurant zum Essen.
So geht unkomplizierte Kontaktaufnahme.
Da sind wir mal gespannt und freuen uns drauf.
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Unsere erste Nachtfahrt zur Übung

7/13/2022

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Ausflug nach Biograd mit der Fähre von Pasman; Unsere erste Nachtfahrt zur Übung; Touristenfalle Krka Wasserfälle bei Skradin; vier Hochzeiten am Fließband in Sibenik; Ausruhen auf dem Weg zur Insel Brac in einer schönen Bucht vor Rogoznica
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Unser Ausflug von Pasman mit der Fähre nach Biograd führte uns wieder aus der Beschaulichkeit in einen Ort mit zig Restaurants am Wasser, einem Touristengeschäft neben dem anderen und einer sehr schön angelegten Marina, die auch gut mit Ersatzteilen ausgestattet war. Piet erstand nun endlich einen brauchbaren Anschluss für meinen ersehnten Backofen. Aber auf den Einbau warte ich noch, weil es doch immer wieder anderes zu sehen und zu tun gibt.
Das Perfekte jederzeit Verfügbare aus unserem Leben so gewohnt, verlassen wir hier unsere Gewohnheiten sowieso allmählich. Improvisation und Kreativität sind gefragt. Und das Ganze macht erfindungsreich.
Das Weiterziehen gehört zu dieser Form von Reisen: also geht am 23.6. um 02.40 Uhr der Anker auf und los. Piet hatte die Idee, ich sollte mich an Nachtfahrten gewöhnen. Das ist für mich eine echte Überwindung, gelang jedoch mit einem extra starken Kaffee. Eine Mondsichel , Sterne und viele für mich zunächst verwirrend blinkende Lichter. Nun habe ich ja für den Motorbootführerschein alles theoretisch gelernt. Es sieht nachts jedoch ganz anders aus. Gut, dass der Morgen in der Sommerzeit bald graute und den Blick steuerbords auf die Kornaten in der Ferne freigab. Die Kornaten sind eine Inselgruppe mit kaum Vegetation, die im Kontrast zur gegenüberliegenden Küstenlinie  wunderschön hervorsticht. Wir waren nur am Schauen und natürlich fehlten auch die Delfine nicht. Sie auf ein Foto zu bannen, gelingt immer noch nicht, sie tauchen ab und ziehen ihrer Wege.
Mit anfänglich wenig Schiffsverkehr tuckerten wir dahin.
Und dann kamen vor Sibenik aus allen Richtungen die  Fischkutter und -trawler, die ganz ungerührt mit hoher Geschwindigkeit ihre Ziele verfolgen. Mir stockte fast der Atem, als Piet doch recht schnell unseren Kurs veränderte und ein Fischkutter an unserem Heck knapp vorbei rauschte. Mir war das gar nicht geheuer, für Piet war es keine besondere Situation.
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So kamen wir zur Hafeneinfahrt vor der hübschen Stadt Sibenik mit regem Schiffsverkehr. Da hatte ich mich –nun im Hellen- an etliche Fahrmanöver schon gewöhnt.
Wir ließen die Stadt an uns vorbeiziehen und bogen links in den Krka Fluss ein. Er ist zunächst breit, rechts und links von Fischfarmen gesäumt, dann geht es weiter unter einer Autobahnbrücke hindurch wo mein laienhaftes Auge denkt, nun wird der Mast „abrasiert“, und verjüngt sich schließlich schlängelnd in einer canyonartigen Landschaft.
So ging es einige Seemeilen landeinwärts umrahmt von dieser felsigenLandschaft steil rechts und links  des Flusses, der sich dann in den Prokljan-See öffnet, den viertgrößten See in Kroatien. Das Wasser schmeckte noch ziemlich salzig; es ist Brackwasser. Erst weiter im Flussverlauf der Krka und Guduca im Nationalpark ist es Süßwasser. Wir suchten uns eine kleine Ankerbucht vor dem Örtchen Raslina, um den nächsten Tag ganz früh in den Nationalpark zu starten.
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Spätabends beobachteten wir einen Fischer, der in dunkler Nacht neben uns ganz leise ohne Licht über den See verschwand, später wieder anlandete ohne dass an Bord  morgens etwas verändert aussah. Das Ganze beobachteten wir zweimal. In der zweiten Nacht wurden neben uns schwere Gegenstände ins Wasser geworfen. 
In meiner Fantasie kamen Schmugglergeschichten auf, angeregt durch einen Gastwirt, der über die Grenze Bosnien- Herzegowina 45-50 km entfernt Schmuggelgeschichten erwähnte. Piet zog mich nun fortan auf und malte unsere Beobachtung weiter aus, bis ich bei jedem nächtlichen Geräusch hellwach im Bett saß. Was immer es gewesen sein mag, es war irgendwie merkwürdig.
Wir starteten nun frühmorgens zu unserem Ausflug in den Krka Nationalpark mit Schwung und guter Laune. im Örtchen Skradin, wo wir vergeblich zum Festmachen eine Muring suchten, wurden wir stattdessen von einem netten Marina Mitarbeiter „eingeladen“, für rund zweihundert Euro, Ihr hört richtig, am Steg anzulegen. Enttäuscht und auch wütend über solch eine Geldschneiderei, der Eintritt von je 200 Kuna (ca. 26 Euro pro Person) war darin noch nicht berücksichtigt, kehrten wir nach Raslina zurück. Piet schaltete auf stur und war einer Alternative nicht mehr zugänglich. Ich drängte darauf irgendwie anders noch in den Nationalpark zu gelangen. So kriegten wir uns in die Haare. Dabei war es einfach nur die Enttäuschung, etwas anders vorgefunden zu haben, als angegeben. Wir haben ohne den Krka Nationalpark gesehen zu haben, schon so viel Schönes gesehen, dass es gar keine Rolle spielt.
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So blieben wir noch einen Tag und entschlossen uns dann stattdessen Sibenik, die Hafenstadt an der wir vorbei geschippert waren, aufzusuchen. Zunächst betankten wir unseren Albatros wieder mit Diesel und legten dann mitten in der Stadt an. Es war ein buntes Treiben mit langsam zunehmendem Tourismus aus aller Herren Länder, aber auch Einheimischen, die abends an der Pier flanierten. Wir kamen tagsüber an, und ich beobachtete, nachdem ich gerade noch die Kathedrale des Heiligen St. Jakob besichtigt hatte, einen Hochzeitsmarathon von vier Trauungen nacheinander.
Die schöne Kleidung, insbesondere der Frauen, nahm ich mit zwei Österreicherinnen ins Visier. Auffällig war auch das Nationalgefühl der Kroaten, die eine große kroatische Fahne schwenkend singend vor der Kirche und in einer Art Festmarsch an der Promenade entlang zogen und dabei fröhlich musizierten.
Wenn wir uns so traditionell national verbunden öffentlich zeigen würden, hätte es wohl sofort eine ganz andere Bedeutung. So unterschiedlich ist es halt.
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Bei recht anständigem Schwell am Tag und in der Nacht hatten wir am nächsten Tag Lust auf ein wenig Ruhe. So segelten wir die halbe Strecke nach Brac und ankerten für einige Tage vor Rogoznica. Dort war es an Land vor Ferienbeginn noch recht beschaulich. Eine superchice Marina, eine Restaurantmeile und die überall in Kroatien anzutreffenden Konzum und Studenac Markets sorgten für Abwechslung im Bordalltag.
 
Wenn Langeweile aufkommt wird gelesen, und ich widme mich dem Spanisch lernen.
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    Siehe auch „Get in touch“

    https://www.marinetraffic.com/en/ais/home/shipid:7008987/zoom:10

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