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                                                           ... ob die Erde wirklich rund ist

Unerwartete, stürmische Überfahrt von Montenegro nach Süditalien

8/16/2022

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Unerwartete stürmische Überfahrt von Montenegro nach Süditalien: Das Meer als unser Lehrmeister; glückliches, übermüdetes  Ankommen in Monopoli ; Apulien in seiner Vielfalt überraschend; Weiterfahrt nach Brindisi: wir liegen kostenfrei an der Hafenmole.
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Wir segelten bei strahlendem Wetter von Budva aufs offene Meer, uns am Fortgang unserer bisher längsten Strecke von 106 Seemeilen erfreuend. Beide Segel standen gut, alles sehr ruhig und gemächlich. Ich übernahm stundenweise das Steuer,  konnte uns bei mäßigem Seegang ein wenig zu Essen bereiten. Den Funk ließen wir laufen und nachmittags hörten wir eine Mayday Meldung eines Schiffes,  das bei Split wegen Sturms in Seenot geraten war. Ich war beunruhigt und fragte Piet, ob dieser Sturm irgendwie Auswirkungen auf unsere Route hätte. Er überprüfte wieder die Wetterdaten und verneinte. So segelten wir ruhig den ganzen Tag und allmählich in die Dämmerung hinein. Die Sonne war merkwürdig von einer Wolkendecke umhüllt, und es wurde mit der Dämmerung sehr wolkenverhangen dunkel um uns. Wie aus dem Nichts tat sich vor uns eine weiße Wolkenwand auf, eine sogenannte Böenwalze. Piet gab Anweisung Segel runter: wir hatten gerade das Großsegel im lazybag verstaut, da brach es auch schon los. Die Fock verhakte sich, Piet kappte die Schot. Mit Böen über 40 Knoten und Wellen, die sich immer weiter aufbauten stampfte und rollte unser Albatros durch die See. Wir waren stundenlang mittendrin.
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Und es beruhigte sich in der Nacht keineswegs: starkes Wetterleuchten, später schwere Gewitter und Regen, ins Cockpit schwappende Wellen. Wir waren komplett durchnässt , saßen im Cockpit am Boden oder lagen flach im Salon. Zur Kontrolle ob andere Schiffe kreuzten war das Aufstehen und Festklammern an Deck ein richtiger Kraftakt. Zu allem Übel wurde Piet seekrank, soll heißen, er übergab sich und fühlte sich danach auch schon wieder besser. Ich hielt mich einigermaßen. Es erwischte mich erst, als ich versuchte kopfüber eine trockene Hose anzuziehen. Ein ungeahnter Schwindel und eine Übelkeit sondergleichen. Wer mich kennt, weiß, dass ich erbrechen immer verhindere, da ich jedes Mal einen Kreislaufkollaps im Leben gehabt habe. Also zurück an Deck in die Ecke kauern und durch die Situation.
Ich übernahm die Wache, Piet erholte sich etwas. Irgendwann bin ich an Deck wohl vor Schwäche eingeschlafen. Piet machte weiter und hatte dann ein Erlebnis der besonderen Art: mitten in diesem Unwetter tauchte eine Delfinschule um unser Boot auf und begleitete uns wohl so um die fünf Minuten. Wenn das mal nicht ein gutes Zeichen war. Schade, dass ich diese wunderbaren Tiere nicht gesehen habe.
Das ausgedehnte Wetterleuchten bei mondloser, sternenreicher Nacht, die Wellenberge um uns herum waren auch ein Naturschauspiel. Jedoch so mittendrin hat es mir einen gewaltigen Respekt eingejagt. Angst konnte ich gar nicht entwickeln.
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Monopoli von unserem nächtlichen Ankerplatz aus.
Dazu ging alles viel zu schnell. Das Meer bei aller Technik schreibt die Regeln und nicht wir. Das habe ich in dieser Nacht gelernt. Als wir am nächsten Tag um die Mittagszeit immer noch bei heftigem Seegang mit Wellen von der Seite in Monopoli ankamen, überkam mich eine große Dankbarkeit gut durchgekommen zu sein. Am Zollpier durften wir 24 Stunden bleiben. Wir schliefen uns zunächst aus. An diesem neuen Tag waren wir noch nicht in der Lage klar Schiff zu machen. Erst am nächsten Tag gingen die Aufräum–, Trocknungs- und Reparaturarbeiten los. Nun verstehe ich den Ausdruck klar Schiff machen im wahrsten Sinn des Wortes.
Monopoli. Wieder eine schöne Altstadt mit vielen verwinkelten Gassen. Am Largo Castello findet sich dann auch eine Schlossallee, die so gar nichts mit unserem Spiel Monopoly aus Kindheitstagen gemeinsam hat: sie ist eher eng und von den Balkonen hängt Wäsche herab.
Monopolyspielvarianten gibt es für die Touristen hier natürlich zu kaufen. Fake muss einfach auch sein. An unserem zweiten Tag ankerten wir vor der Stadt. Einen Tag später wurde es von den Wellen und vom Wind recht ungemütlich, und wir schmuggelten uns an die Hafenpier zurück.
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Es gefiel uns einfach hier. Insbesondere das abendliche Treiben mit Flanieren durch die Stadt. Nun wollten wir einen weiteren Tag bleiben und suchten verzweifelt die im Internet beschriebene Marina. Tja, und es sollte eine abbruchreife Werft sein, die wie ein Sammelschrottplatz aussah. Wir sprachen einen Mann dort an, und er bot uns an einem Sonntag einen Anlegerplatz im Travellift an. So sehen stattliche Nebenverdienste aus. Wo sollten wir hin, zum Ankern war es zu rau draußen, die Hafenpier war ausgereizt. Also hockten wir von drei Mauern umgeben sicher für 100 Euro an diesem Platz. Unter einem alten Boot versammelten sich Einheimische, sangen und plauderten, und wir mittendrin. Am Montagmorgen vor acht Uhr sollten wir den Platz verlassen haben, damit dort wieder Schiffe gekrant werden konnten.
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Wie im „Zwischenlager"; auf der Werft unter dem Kran für eine Nacht.
Artig zogen wir um halb acht, uns auf engem Raum im Hafenbecken befindend, rückwärts aus unserer Lücke und segelten nach Brindisi. Die große Hafeneinfahrt mit riesen Tanks sehr industriell anmutend, auf der anderen Seite meerwärts ein Flughafen, dann aber auch ein rotes altes Kastell und weiter gen Altstadt ein bemerkenswertes aus hellem Kalkstein geformtes Marinedenkmal mit schönen Wohnanlagen drum herum. Uns eher mit den seglerischen Gegebenheiten auseinandersetzend, sind wir mal wieder angenehm von dieser Stadt überrascht: wir können kostenfrei an der Hafenmole festmachen. Wir übersehen dicke Ketten im Wasser, die uns, später entdeckt, einen langen Kratzer im Rumpf bescheren. Erst mal sind wir froh hier gut gelandet zu sein. Denn dieser Sturm sitzt uns doch noch irgendwie in den Knochen. Wir bleiben hier vom 1.-5.8., erkunden die Stadt, fahren mit dem Zug ins nahegelegene Lecce, wo es Barock-und Renaissancebauten in Hülle und Fülle gibt. Manchmal vermag ich mir die wechselnden Eindrücke kaum merken und so haben wir immer wieder Tage mit wenig Aktivität dazwischen.
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Wenn ihr euch vielleicht fragt, wie es uns emotional geht, dann muss ich sagen, wir kommen in einen anderen Lebensrhythmus. Das Gefühl von Zeit haben, durch keine Verpflichtungen oder Termine eingeengt zu sein, ist ein für mich ganz ungeahntes Freiheitsgefühl.
Zu zweit auf relativ engem Raum regelt sich recht gut: jeder hat seinen Freiraum und vieles macht einfach zusammen im Erleben viel mehr Spaß. Ich bin sehr gespannt, wie es sich auf die Länge der Reise entwickelt.
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Nun zurück zu Brindisi. An unserem vorletzten Tag legt ein Segler mit polnischer Flagge hinter uns an. Piet springt von Deck, um mit den Leinen behilflich zu sein.
Ich sitze im Cockpit und beobachte, wie ein PS starkes Boot der Guardia de financa sich unserem Neuankommling annähert, längsseits festmachend wurde der Skipper sehr lange überprüft. Was da los war erfahren wir natürlich nicht. Ganz glücklich wirkte der Skipper vom Gesichtsausdruck jedoch nicht. Spekulationen haben wir uns nicht hingegeben, sondern wir genossen weiter die Stadt.
Wie es segelnd so ist, geht es immer weiter. Und so sind wir nun seit dem 5.8. hier in Otranto am Stiefelabsatz,  um unsere nächsten längeren Strecken vorzubereiten.
Piet kennt dieses Segelgebiet gar nicht. Weiter soll es mit Zwischenetappen nach Sizilien gehen. Über Otranto mit seinen verwinkelten Gässchen und unseren Erlebnissen erzähle ich im nächsten Bericht.
Vielleicht gebt Ihr uns einmal Rückmeldung und erzählt einfach einmal, wie es zu Hause so weiterläuft.
Bis zur nächsten Woche liebe Grüße von Peter und Gundula
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Zehn Tage Montenegro: Einfahrt in den südlichsten Fjord Europas

8/11/2022

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Der Fjord von Kotor:
Tivat: Marina der Oligarchen mit teurem, schlechtem Anlegeplatz für unseren Albatros; wie Agenten beim Einklarieren ihr Geld verdienen.
Kotor: 
atemberaubende Natur und historische Altstadt, durch Kreuzfahrschiffe, Jetskis und schnell fahrende Taxiboote nervenaufreibend.
Risan: Erholen vom Rummel mit Ausflug ins sehenswerte Perast.
Unerwarteter Polzeibesuch beim Ankern in der Kotorbucht.
Abschied von Montenegro mit  Disko-Ankern vor Budva.
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Von Cavtat aus erreichen wir nach gutem Segeltörn die Einfahrt des Fjordes von Kotor, dessen Backbordseite, mit einer alten Festung, noch kroatisch ist und der auf der Steuerbordseite mit montenegrinischer Festung ausgestattet ist. Kaum im breiten Fjord, sausen Taxiboote und Jetskis mit überhöhter Geschwindigkeit rücksichtslos um uns herum. Laut unserer Vorbereitung hat Montenegro viele Vorschriften auf seinen Wasserwegen, unter anderem eine Geschwindigkeitsbegrenzung der Motorboote von 10 Knoten. Scheinbar alles blanke Theorie. Zu unserer eigenen Polizeibegegnung komme ich später noch.
Schließlich erreichen wir Tivat, die zur Zeit angesagte Marina der insbesondere russisch Besserverdienenden. Das ist auch wahrlich nicht zu übersehen: an der Zollpier liegt der Riesendreimaster Black Pearl (106 Meter lange Megayacht) des verstorbenen Oligarchen Burlakov, um die sich nun laut Presse Ehefrau und Geliebte streiten.
Wir legen dahinter an und werden von einer anderen auslaufenden Megayacht von einem Käpitän in gepflegtem deutsch beschimpft, dass wir ihm im Weg sind. Es gab gar keinen Anlass; bei der Größe jedoch ein berechtigtes Interesse unsererseits auszuweichen. Ja, und dann begann das Thema einklarieren, wozu man hier einen sogenannten Agenten braucht. Angeblich kostenfrei, wenn man die Marina wählt. Na, wir warteten nach Funkanmeldung in sengender Hitze so vor uns hin. Irgendwann reichte es mir, und ich ging zum Zoll, wo ich einem freundlichen Agenten begegnete, der sich unserer Einklarierungsangelegenheit annahm. Es ging relativ rasch inklusive Tourismusabgabe vonstatten. Piet zückte bereitwillig seine Visacard und 76 Euro wechselten den Besitzer.

Wie wir später von anderen Seglern erfuhren, unnötig.
So fuhren wir schließlich in diese Marina: unseren reservierten Platz bekamen wir nicht angewiesen, stattdessen landeten wir auf einem Außenplatz, mit ungünstig gelegenem Dalben. Ein wenig genervt, mich auf eine Dusche freuend zog ich ab und konnte es kaum fassen, wie überschwemmt und ungepflegt die Sanitäranlagen waren. Irgendetwas passt hier im Preis- Leistungsverhältnis nicht recht zusammen.
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Eine schöne Dusche ließ meinen Unmut vertreiben und frohgemut erkundeten wir die Umgebung der Marina mit schönen Restaurants und unglaublich teuren Geschäften, wie zum Beispiel Dior, Rolex und Co. Ein einfaches Jeanskleid in einem Fenster übertraf bei weitem unser Monatsbudget! Viele Frauen sahen aus wie Breitmaulfrösche, relativ jung und chirurgisch irgendwie uniform verändert. Das wirkte beinahe surreal.
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Piet drängte auf Weitergehen, und so erreichten wir die kleine Marina der Einheimischen. In einem sehr schönen Lokal beobachteten wir den Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen verließen wir die Marina und Piet machte der Angestellten in der Marina klar, dass unser unschöner Anlegeplatz nicht der Gebuchte war. Dies ließ sich mit einem Preisnachlass gut regeln. Wir verließen die Marina und ankerten vor einer Privatinsel, die man nicht betreten darf. Um uns versammelten sich über Tag viele andere Yachten. Nachmittags unternahmen wir einen kleinen Dingi-Ausflug zu einer der Privatinsel benachbarten Insel, da fing es aus dem Gebirge hinter Kotor gewaltig an zu grummeln mit dunklen Wolkenbergen. Also nichts wie zurück an Bord. Wir erreichten unseren Albatros rechtzeitig und ein Gewitter und Regen entluden sich. Die Ausflugsyachten entschwanden. Wir und wenige andere Segler blieben vor Anker liegen, und genossen so die Ruhe nach dem Rummel in Tivat.
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Nun sollte es weiter hinein gehen in den Kotor Fjord (ca.30 km lang), also hieß es Anker auf Richtung der Stadt Kotor. Dazu passierten wir noch mal Tivat mit seiner Silhouette aus Megayachten, fuhren durch die ca. 330 Meter breite Engstelle, wo vier Fähren schnell hin- und herpendelten. Gar nicht so einfach dort hindurch zu kommen. Das landschaftlich herrliche Panorama mit Gebirgszügen zeigte sich dann jedoch in voller Schönheit genau nach dem Passieren dieses Engpasses, gab den Blick frei auf zwei Inselchen, die eine mit einer abgeschlossenen, nicht zugänglichen Klosteranlage und die andere mit Namen Gospa od Skrpjela, die im fünfzehnten Jahrhundert  künstlich aufgeschüttet und mit der Kirche Our Lady of the Rocks versehen wurde. Es rankt sich eine Legende um diese Kirche:
Am 22.7.1452 fanden zwei Brüder aus Perast (wunderschöner Ort am gegenüberliegenden Ufer), die dort Fischer waren, eine Ikone mit der Jungfrau Maria mit dem Christuskind auf dem Meereskliff und brachten sie nach Hause. Am nächsten Morgen war die Ikone verschwunden und erschien wieder am Kliff. Sie nahmen sie erneut mit und wieder verschwand sie, um am Kliff wieder aufzutauchen. Das verstanden die Fischerbrüder als Wunsch der Jungfrau, für immer am Kliff zu bleiben. Die Brüder gelobten dort eine Kirche zu bauen, die dieser Ikone der Jungfrau, der Schutzpatronin der Seefahrer und Fischer, gewidmet ist.
Eine kleine Insel wurde von den Leuten aus Perast um die Klippe herum mit Felsen und Steinen aufgeschüttet. Im Zentrum der Insel wurde eine kleine Kapelle gebaut. Seit Jahrhunderten nun feiern die Menschen dort am 22.7. die Fascinada, fahren in einer Prozession mit ihren Booten um das Inselchen herum und werfen zum Angedenken Steine ins Wasser.
Diese kleine Geschichte fand ich so schön, dass ich sie euch hier einfach mal erzähle. Da so ein Touristenandrang herrschte, haben wir leider dorthin keinen Abstecher gemacht, sondern bogen rechts ab um am Ende des Fjords auf die mittelalterliche schöne Stadt Kotor zu stoßen. Leider waren wir da umzingelt von Kreuzfahrtschiffen, weiteren anderen Yachten, die sich in diesen am Ende immer enger werdenden Fjord hineinquetschen. Wir ankerten ganz am Ende und wurden durch die permanent rasenden Taxiboote ordentlich bewegt.
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Der Blick auf das Orjen- und Lovcen Gebirge entschädigte; die Landschaft ist einfach nur beeindruckend und wunderschön. Das mittelalterliche Städtchen der Serben mit seiner Stadtmauer, den verwinkelten Gässchen, vielen alten meist romanischen Kirchen ließ in der Fantasie wieder so manche Geschichte entstehen. Früh morgens erklommen wir dann um 6.30 Uhr startend, seit Monaten gar nicht mehr meine Zeit, den Weg 1350 Stufen hinauf zur Festung in circa 300 Metern Höhe. Gefühlt kam es mir viel höher vor. Belohnt wurden wir mit einem schönen Blick über die Kotor Bucht und die Dächer der kleinen Stadt unter uns gelegen. Auf dem Rückweg wurde Piet’s Klettergeist wieder wach, kurzerhand kletterten wir durch ein altes Fenster in der Burgmauer, eine kleine schäbige Holzleiter hinab auf einen gewundenen Felsweg. Nach einem Kilometer erreichten wir ein altes Steinhäuschen, wo wir einen türkischen Kaffee kaufen konnten, alles ganz einfach und armselig. Wir haben nicht herausgefunden , wie die Lebensmittel nach oben transportiert werden. Vielleicht ja doch mit Eseln als Lasttier. Am Nachbartisch saß eine Runde Handwerker, die vom alten Gastwirt  schon um 9.00 Uhr mit selbstgebranntem Schnaps  versorgt wurden. Auch die waren nicht motorisiert. Das Zusammensitzen und erst mal plaudern gehört einfach hier unten in den Süden.

Kaffee gestärkt wanderten wir den serpentinartigen Schotter-Felsweg wieder hinab. Am Ende enddeckte Piet dann noch eine Felsklamm mit ausgetrocknetem Flussbett, wo er herum kletterte und richtig in seinem Element war. Sein angebrochener Zeh hielt ihn von waghalsigeren Touren ab. Das beruhigte mich doch sehr, den Skipper wohl behalten wieder auf dem Weg neben mir stehen zu haben.
Ganz erfüllt schlenderten wir zum Boot zurück und zogen uns in der Mittagshitze zurück.
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Abends trafen wir dann wieder auf die beiden Pärchen, die wir in der Bucht vor Slano kennengelernt hatten. Zusammen verbrachten wir mit Rainer und Elena von der Ophelia und mit Franz und Ingrid von der Starlight einen schönen Abend in old Kotor.
Nächsten Tag wollten wir dann doch in etwas weniger belebte Gefilde aufbrechen und segelten zurück im Fjord vor das Städtchen Risan, um dort fernab des Ferientrubels zu ankern. Dieses recht ursprüngliche Städtchen ließ uns von dem Trubel Kotors verschnaufen und kam gerade recht. Irgendwie läufst du sonst auch Gefahr das Gesehene gar nicht zu verdauen und auf sich wirken zu lassen. Also baumelten wir vom 24.-27.7. ein wenig aus, machten an Bord einige Dinge klar und faulenzten. Jawohl, ganz recht gehört, so langsam können wir das und das Schönste, wir genießen es auch.
Manchmal fehlen mir meine Sozialkontakte, meine Kinder, meine Freundinnen und Bekannten, Nachbarn mit denen ich gern geredet und mich getroffen habe. Also fuhr ich mit dem Bus einen Tag ins wunderschöne Perast, setzte mich in ein Cafe mit Wlan Anschluss und plauderte mit meinen Freundinnen Ursula und Anke. Das war richtig vertraut und schön. Peter blieb an Bord und bereitete seine Wochenzeitung Norderneyer Zeitung vor.
Erfüllt vom Tag kehrte ich zurück, wurde an der Strasse stehend von einem kleinen Privatbus nach Risan mitgenommen. Piet war derweil mit dem Dingi an Land gefahren und so trafen wir uns und verbrachten einen schönen Abend in Risan. Nächsten Tag wurde uns bewusst, dass wir langsam das Land verlassen mussten, wir waren mit unserer Genehmigung schon ein paar Tage drüber und hatten es einfach auch verdrängt.
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Nach einer kurzen Stippvisite noch mal in Perast: ich wollte Piet diesen schönen Ort einfach zeigen, ging es zurück, an Tivat vorbei. Wir ankerten rechtsseitig hinter einer Werft vor einem kleinen Touristenort, dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe. Dann fuhren wir mit dem Dingi an Land, hatten gerade unseren liebgewonnenen Cappuchino (Piet) und Espresso (ich) bestellt, da wurden mehrere Herren samt Piet nervös, liefen aufgeregt umher: die Küstenpolizei kontrollierte, fuhr auch auf unseren Kat zu und wir waren nicht da. Piet entschwand Richtung Schiff, ein alter Herr riss seinen PS-starken Motor aus der Halterung und schleppte ihn davon. Ich saß da mit zwei Getränken, schüttete es in mich hinein, war im Begriff zu zahlen, da stand Piet wieder vor mir. Wir beobachteten, wie mehrere schnell fahrende Boote von der Polizei angehalten wurden. An unserem Kat tuckerten sie ein zweites Mal vorbei und entfernten sich dann.  Ich glaubte natürlich, wir dürften da nicht ankern, und außerdem waren wir schon über die Zeit des Aufenthaltes hinweg.
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Wie dem auch sei, nun bewegten wir uns beide zurück aufs Boot. In einem Restaurant kurz vor unserem Ankerplatz sprach mich ein junger Mann auf Englisch an, die Polizei wäre schon zweimal bei uns gewesen. Hier bleibt kein Gesicht unerkannt. An Bord harrten wir der Dinge. Die Polizei hatte vielleicht Besseres zu tun. Auf jeden Fall blieben wir unbehelligt. Ein blödes Gefühl kam jedoch in uns beiden auf. Da wir inzwischen jedoch in eine andere Haltung kommen, konzentrierten wir uns auf die frühe Weiterfahrt am Morgen und schliefen ganz ruhig ein.
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Nächsten Tag verließen wir die Kotor Bucht und segelten an der Küste entlang nach Budva, um dort auszuklarieren. Meine Güte, Tourismus mit überfüllten Stränden, sich mischende Diskomusik aus allen Ecken , Jetskis haarscharf an den ankernden Booten vorbei, Speed Boote, die Luftmatratzen mit juchzenden Menschen hinter sich herzogen. Irgendwie alles überdreht und Spaß betont. Ich war richtig bedient und fand nachts keinen Schlaf. Wir wollten uns vor unserer langen Überfahrt nach Süditalien etwas ausruhen. Es hilft ja nichts: also das Beste draus machen. Wir suchten Nautikshops, die aber nicht das Benötigte hatten. Ja, Einkäufe mit langen Fußmärschen und mancher Vergeblichkeit wären noch einmal ein Sonderthema. In Deutschland waren wir bisher mit dem Bekommen von Ersatzteilen doch mächtig verwöhnt und vieles erschien selbstverständlich. Das ist in anderen Ländern ganz anders und überhaupt keine Selbstverständlichkeit.
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Wir mussten nun ja endlich ausklarieren und ich hoffte inständig, dass den Beamten unsere längere Verweildauer nicht auffallen würde. Aus 7 Tagen waren 10/ 11 Tage geworden. Also früh am Morgen hin zum Hafenmeister. Der hatte einen Klienten im Raum bei dem es länger dauerte. Geduldig-ungeduldig warteten wir in einem hässlichen Vorraum, in einer Ecke ungeschützt die Aktenordner, (es lebe der Datenschutz), so vor uns hin. Schließlich erhielten wir Einlass. Es ging rasant schnell: Stempel drauf und weiter zur Polizei:  der Beamte meinte dort es dauere nur fünf Minuten und dann fiel ihm der PC aus, er telefonierte und telefonierte, ohne dass das technische Problem behoben werden konnte. Unsere Personalien wurden schlichtweg nicht überprüft. Mit Schweiß auf der Stirn notierte der Polizist unsere Personalien schließlich manuell. Es wirkte irgendwie, als wenn er froh war, als wir sein Büro verließen.
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Nun war es inzwischen fast 10.30 Uhr geworden und wir segelten bei ruhigem Wetter aufs offene Meer. Alle Wind und Wettervorhersagen hatten uns für diese längere Fahrt grünes Licht gegeben. Aber es kam alles anders. Das erfahrt Ihr in unserem nächsten Bericht.
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Abschied aus Kroatien mit Besuch der wunderschönen Insel Korcula

8/4/2022

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Abschied aus Kroatien mit Besuch der wunderschönen Insel Korcula, Ankern ca. 35 km von Dubrovnik entfernt. Die Gässchen und Stadtmauer von Dubrovnik mit einfach zu vielen Touristen im Sommer, frühmorgendliches Ausklarieren in Cavtat.
Nun rennt die Zeit reisend so dahin, und ich möchte euch einmal wieder berichten:
Nach unserem ganz schönen Treffen mit drei Paaren von anderen Schiffen brachen wir wieder auf, um uns Richtung Korcula / Süddalmatien zu bewegen. Es war nur ein kurze Segelstrecke von ca. acht Seemeilen mit einem Panorama zwischen den Gebirgszügen der Halbinsel Peljesac zur Backbordseite und den waldreichen, in verschieden Grüntönen schimmernden Bergen Korcula’s auf Steuerbord. Peter hatte eine Ankerbucht vor der Stadt Korcula im Osten gewählt. So motorten wir ziemlich problemlos in die Luka Banja und machten an einer Boje fest. Sofort näherte sich ein Boot mit Junge und Hund an Bord, der abkassierte. Dieses überzogene überall Bezahlen, ohne Gegenleistung wie z.B. Wasser und Strom, fängt an, mich an Kroatien zu ärgern, bei allem Verständnis, dass Tourismus hier die Lebensgrundlage sichert.
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Wir lagen jedoch gut vor Wind geschützt und machten uns auf zu unserer ersten Entdeckungstour: wanderten ca. 35 Minuten an der Straße entlang mal wieder in der Mittagshitze (das können auch nur Touristen sein!) und wurden mit wunderschönen Ausblicken auf Landschaft und die Mittelalterstadt Korcula belohnt . Wir bummelten die Promenade mit sehr gepflegter Gastronomie entlang, gönnten uns eine Pizza und ließen einfach die Eindrücke auf uns wirken. Für mich gehört der Besuch dieser Insel zu den bisherigen Highlights unserer Reise
Unsere Rattenbegegnung möchte ich dabei nicht unerwähnt lassen: Auf dem Rückweg saßen wir in einem Café und Peter starrte konzentriert auf den Fußboden. Am Nachbartisch wirbelte Personal herum. In aller Seelenruhe bat mich Piet schnell die Füße hochzuheben, und da sah ich sie: eine Ratte unter dem Nachbartisch im Begriff über meine Füße zu rennen. Und schon flitzte sie los, verletzt am Rücken, unter ein nahe gelegenes Auto. Ich hatte keine Lust mehr auf meinen Espresso, schnappte das Wasser und wir zogen beschleunigten Schrittes ab. Was mag wohl in dieser Küche los gewesen sein?
So trollten wir uns auf unser Boot zurück. Kühlten uns schwimmend ab und genossen den Abend. Am nächsten Tag ankerten Ilona und Andreas von der Yoko und ihre Freunde Jeanet und Heinz von der Dar melica two auf der anderen Seite der Bucht und informierten uns, dass wir dort umsonst an der Boje liegen könnten, wenn wir in dem Restaurant essen würden. Das war nichts für Piet. Diese Form der Bezahlung lehnt er ab. Wir blieben einen weiteren Tag an unserer Bezahlboje und unternahmen einen Busausflug ans andere Ende der Insel nach Vela Luka durch die gebirgige Landschaft, mit Olivenhainen und Weinanbau immer wieder wunderschöne Ausblicke preisgebend.
Tja, und der Fährhafen an einem Sonntag für mich enttäuschend: Es wurde in eine große Marina investiert, aber kaum ein Boot lag darin. Der Ort hatte für mich überhaupt keine Ausstrahlung, auch nicht als die Menschen am Spätnachmittag vom Strand zurückkamen und den Ort belebten.
Und wir hatten bis zur Rückfahrt viele Stunden zu überbrücken, drückten uns von Schattenplatz zu Schattenplatz, warteten sehnsuchtsvoll auf unseren Bus, der uns am Abend übervoll nach Korcula Stadt zurückbrachte.


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Am nächsten Morgen (11.7.2022) legten wir ab und erlebten unerwartet 30 Knoten Wind mit ordentlichem Wellengang in dem schlauchartigen Wasserweg zwischen den Gebirgszügen von Peljesac und der Insel. Es böete ganz ordentlich mit diesen scheinbar typisch drehenden Winden. So erreichten wir nach 40 Seemeilen in knapp acht/neun Stunden unsere neue Ankerbucht Slano, 30 km nordwestlich von Dubrovnik. Einfach ankern in nicht bootsüberfüllter Bucht, hurra!
 Hier lernen wir am 14.7.2022 Elena und ihren Mann Rainer von der Ophelia und das Ehepaar Franz und Ingrid von der Starlight kennen, die sich als relative Bootsneubesitzer zusammen getan haben, um all die immer wieder auftauchenden Schwierigkeiten an Bord und auf See irgendwie zusammen zu meistern. Wieder eine ganz schöne Begegnung von Menschen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und ihre Träume verwirklichen. Dieses „Anfängertum“ tut mir gut, da es mir in vielem ähnlich ergeht: z.B. das Lauschen auf nicht einzuordnende Geräusche in der Nacht, häufige Reparaturen, nicht einschätzbare Wetter– und Windverhältnisse, Auswahl der Ankerplätze und vieles mehr.
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Ich kann mich da auf Piet als erfahrenen Skipper verlassen, aber kann ich das irgendwann alles selbst bewältigen?
Es ist einfach immer noch sehr viel Neues. Ich bin mehr spezialisiert im Auskundschaften schöner Plätze an Land.
Ja, und das machen wir per Linienbus nach Dubrovnik auch. Diese Busfahrten bieten immer für wenig Geld erst einmal eine schönen Überblick: entlang einer Küstenstraße mit wunderschönen Ausblicken nähern wir uns dieser Stadt. Der Busfahrer rast im Menschen überfüllten Bus rücksichtslos vor sich hin. Einer jungen Frau neben mir wird schlecht, und sie klammert sich an ihren Begleiter. So schaukelt es nun auch gewaltig nicht nur auf dem Boot.
Über eine imposante Brücke erreichen wir das Hafengebiet von Dubrovnik. Piet hat hier schon mehrere Nautikshops recherchiert. Also starten wir dort; erstehen den längst überfälligen Lifesling, ein Rettungssystem mit Leine und  Auftriebsmaterial, das wir an die Reling montieren.
Schon wieder mächtig heiß geworden, marschieren wir tapfer den drei kilometerlangen Aufstieg in die Altstadt (Stari Grad). Piet forsch voran, ich innerlich fluchend, immer wenn ein Bus an mir vorbei rauscht. Besichtigung wird hier halt per pedes erarbeitet.
Und wir werden ja auch durch wechselnde wunderschöne Blicke auf die Altstadt belohnt. Oben angekommen werden wir durch den nicht enden wollenden Touristenstrom erschlagen. Durchs westliche Pile Tor gelangen wir mehr geschoben als frei gehend, vorbei an einem Musiker in diese durch die Stadtmauer geschützte Stadt.
Kaum vorstellbar, dass die jugoslawische Volksarmee in der Anfangsphase des Kroatienkrieges 1991/92 eine Bombardierung mit über 650 Mörsergranaten am 6.12.1991 und Belagerung auf die Zivilbevölkerung startete . Viele Zivilisten verlieren ihr Leben, ein Prozent der Stadt brennt nieder und über die Hälfte der Dächer werden beschädigt, als es in weiteren acht Monaten zu langen Schiffs- und Artillerieangriffen der Serben kommt.
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Der Wiederaufbau dauert zehn Jahre. Durch diese historische, wirklich einmalige Stadt schlendernd, von der ca. zwei Kilometer langen Stadtmauer die neu eingedeckten Dächer rötlich schimmernd zu sehen, lässt mich gedanklich doch festhalten über die Sinnlosigkeit von Krieg nachzudenken Einschusslöcher in alten Holztüren weisen mahnend darauf hin. Im Lauf der Geschichte hat diese Stadt ja auch wirklich viel erlebt.
Bauten aus dem Mittelalter treffen auf Barock und Renaissancebauten. Alles wirkt wie ein Gesamtbild und hat uns schon sehr beeindruckt.
Irgendwann fallen mir viele Menschen mit schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „Game of thrones" auf, die hier auf den Spuren ihrer Serie wandeln.
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Ich habe diese amerikanische Serie nie gesehen. Meine Tochter Isabelle berichtete mir jedoch, es sei eine komplexe Saga um Macht, Intrigen, Kriege, Vergewaltigungen, Gesellschaftsverhältnisse, alles recht grausam dargestellt. Da sieht man mal, was wir für Unterhaltung ansehen. Die mittelalterliche Kulisse mit ihren verwinkelten Gässchen, Treppen, die trutzhaften Wehrtürme bieten sich für Gruselgeschichten an.
Ich besuche dann noch eine kleine Dali Ausstellung. Mit einem kleinen Teil seiner Pferdebilder, Lithographien für eine Bibelillustration, Illustrationen für Alice im Wunderland und Drucke aus der Devine Comedy. Piet, der Dali’s Werke gut kennt, blieb draußen im Schatten und wartete. Ich denke, er hat nichts versäumt. Ich bin durch einige Bilder mal wieder in der Fantasie gereist und angeregt.
Irgendwann sind wir regelrecht „seh-müde“ von all den Eindrücken und begeben uns vor die Stadtmauer, wo wir von einem Restaurant aus das Treiben noch einmal beobachten.
Müde und vom Tag erfüllt, kehren wir gern in die Ruhe unseres Bootes zurück.
Nach einem Ruhetag fahren wir noch einmal nach Dubrovnik: Piet bleibt im Hafen und organisiert weiteres Material für unseren Albatros, und ich wollte mir gezielt einiges anschauen. So besuche ich in einem Nebengässchen eine „war photo limited“ Ausstellung. Diese Bilder drücken das Leid und auch manchmal mitten in den Trümmern das Stück Liebe und Glück mehr aus als, wie habe ich es gerade im Spanischen gelernt‚ tantas palabras (viele Worte). Berührt trottete ich durch die an diesem Tag weniger bevölkerten Gässchen, hin zu der Jesuitentreppe mit der Kirche St. Ignatius an der Spitze. Ein sehr schöner Platz in der Altstadt.
Durch die Gässchen mich treiben lassend kam ich wieder an die Stadtmauer mit einem Durchlass zu einer Art Felsen Café. Hinkommen leichter gesagt als getan: vier Damen posten und fotografierten sich gegenseitig in sämtlich verrenkten Positionen in aller Ruhe. Ich beobachte die Szenerie schmunzelnd. Wir leben wohl zunehmend weltweit in einer sehr auf äußere narzisstische Darstellung bedachten Welt. Unsere Generation kann sich gar nicht so auf Knopfdruck hinstellen.
Bei wunderschönem Ausblick genoss ich mein Getränk zu einem stattlichen Preis. Tja, Ihr werdet es kaum glauben, ich bat eine der Damen um ein Foto. Ich wollte doch mal sehen, wie es geht.
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Nun hatte ich allmählich wieder Sehnsucht Piet zu treffen und bewegte mich stadtauswärts, vorbei an einer ganz unscheinbaren Tür in das Franziskanerkloster, wo sich angeblich  Europas älteste Apotheke seit 1317 befindet. Es war einfach mitten in dem Rummel ein stiller Ort mit heute noch betriebener Apotheke und sehr gut erhaltenem Kreuzgang und Museum mit Inventar einer Apotheke, würde sagen aus dem 17.-18. Jahrhundert. Alte Rezepturbücher unter anderem in deutscher Sprache.
Nach einer guten inneren Einkehr machte ich mich auf den Rückweg. Ohne Ort und Zeit festgelegt zu haben, trafen Piet uns in einem Restaurant und tauschten uns über die unterschiedlich verlebte Zeit aus. So ging wieder ein erlebnisreicher Tag zu Ende.
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Langsam bereiteten wir uns auf das Ausklarieren aus Kroatien vor, wo wir nun doch über sechs Wochen waren. Wir hoben am 15.7.2022 den Anker und motorten in eine Bucht Srebreno/Soline vor Cavtat, wo wir uns am nächsten Morgen abmelden wollten. Nun waren wieder praktische Sachen gefragt, auf der Fahrt unter Motor stellten wir unseren watermaker an, um aus Salzwasser für unseren Gebrauch Süßwasser zu produzieren. Das Ganze hat inzwischen einen eingespielten Rhythmus, und ich betrachte unser Wasser als wertvolles Gut.
Nächsten Tag klarierten wir dann gleich frühmorgens aus, der Hafenmeister war kaum im Dienst, die Hafen-Polizistin hatte uns schon beobachtet und war nicht zufrieden, dass nicht einer von uns an Bord geblieben war. Piet konnte doch recht charmant die Situation klären. Es lebe die Geschlechteranziehung mit ihren Spielchen.

Auf in ein neues Land, Montenegro. Davon handelt der nächste Bericht.
 
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Gundula hisst die Gastlandflagge von Montenegro unter der Steuerbord Saling
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von Rogoznica nach Brac: Abstecher in die Blaue Lagune

7/29/2022

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von Rogoznica nach Brac: Abstecher in die Blaue Lagune: nach dem Motto, wie locke ich Touristen an und wir fragen uns, was ist das Besondere; Festmachen am Steg auf Brac in Postira; eine schweißtreibene Wanderung; Überfahrt nach Hvar, Treffen mit meiner Schulkameradin Milena nach über 40 Jahren.
 
Am 30.6.2022 brechen wir gemütlich vor Rogoznica auf, heben den Anker und segeln durch eine wunderschöne Inselwelt Richtung Brac. Auf dem Weg liegt die in Reiseführern beschriebene Blaue Lagune. Piet, der dort eher nicht hinfahren möchte, erfüllt mir den Wunsch einer Mittagspause dort. In einer von Yachten völlig überfüllten Bucht mit halsbrecherisch ankernden Booten nehmen wir einen kurzen Snack an Bord ein und springen ins türkisfarbene, bis zum Meeresboden klare Nass um uns in der Mittagshitze abzukühlen. Wir haben blau-türkisfarben schimmerndes Wasser an anderen weniger angepriesen Stellen hier schon so oft gefunden und gesehen, dass wir uns fragen, was ist denn nun das Besondere.
Als ein Segler so dicht neben uns ankert, dass eine Kollusion fast unvermeidlich ist, machen wir, dass wir wegkommen.
Na ja, und die Moral von der Geschicht’: glaubt manchem Reiseführer nicht!
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Weiter geht es gen Brac. Gegen Spätnachmittag erreichen wir den kleinen Hafen von Postira an der Nordküste von Brac und machten dort an einer Hafenmuring fest. Promenade und Häuser und eine Statue erstrahlen in hellem Kalksandstein. Dies kleine Örtchen mit ca. 1600 Einwohnern wird abends wach mit Musik aus mehreren  Ecken, einem Kinderfest und am darauffolgenden Tag mit einer Hochzeit. Mit großem Feuerwerk um 24.00 Uhr von der Hafenpier scheint der ganze Ort mit ins Fest einbezogen zu sein. Wir schlummern schon erschossen von unserer Wanderung, von der ich euch gleich erzählen werde, im wohl verdienten Schlaf, als laute Raketenknaller losgehen. Nun wieder wach, war es aus dem Bullauge unserer Koje wunderschön anzusehen. Piet fürchtete wegen der Nähe Funkenflug an Deck. Nein, wir haben nichts davon abbekommen. Es lagen ja noch einige Segler näher dran.
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Brac, bekannt durch Kalksandsteinbrüche, Olivenhaine und Weinanbau, sollte nun ja auch durch uns „erforscht“ werden: also Wanderkarte aus dem Touristenbüro geholt und morgens zu spät los. Mein Vorschlag einer 4 ½ stündigen Tour (Hintour!!) auf den höchsten Gipfel  Vidova Gora verwarfen wir glücklicherweise, da Piet sich an der linken Wade mit heftigem Hämatom verletzt hatte. Ein Glück!: die sogenannte kleine Wanderung hieß die Berge rauf und runter. Das sollten 3 km sein bis in das Bergdorf
Dol? Die Wegweiser der Route verschwanden im Nirvana und es wurde heißer und heißer zwischen nicht endenden Olivenhainen und Weinanbauten über felsigem Gelände. Piet immer emsig vorweg, wartend uns Wasser gebend, erreichten wir bei Temperaturen gefühlt zwischen 33-35 Grad das Dörfchen Dol. Wir sind laut Schrittzähler 7,5 -8 km gelaufen.
Wer sagt es denn, viele, auch längere Wege führen ans Ziel. Erst mal hinein in den Dorfladen, wo wir zuvor beobachteten wie Kühlketten von Milch und Joghurt durchbrochen wurden, was uns gar nichts ausmachte: wir brauchten ja einfach nur Waaaasser!
Flüssigkeitsaufgefüllt ging es hinab in das mittelalterlich wirkende Dorf und oh Wunder fanden wir die Konoba  Toni (kleine einfache Gaststätte), wo wir uns bei traditionellem Essen ,gefüllte Paprika mit Reis und Hack, erholten. Piet -beim Essen eher zurückhaltend- bestellte sich den vom Wirt empfohlenen Dol-Kuchen Hrapocusa. Unscheinbar daherkommend ein wunderbarer Nusskuchen. Piet entwickelte naschkatzenartige Gelüste! Ich selbst trank den ersten guten dalmatinischen Hauswein. Durch die Hitze und  Wanderung zuvor war ich bei geringer Menge fröhlich motiviert für unsere Rücktour. Diesmal an einer neu asphaltierten Straße entlang, fast ohne Schatten, erreichten wir nach ca. drei Kilometern (da waren sie nun!) nach einer dreiviertel Stunde wieder Postira.
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Die Anstrengung war nach einem Sprung ins Meer wieder vergessen. Die Wassertemperaturen sind so angenehm bei ca. 25-27 Grad, dass es überhaupt keine Überwindung bedeutet, ins Wasser zu gehen.
Am Abend saßen wir an der Pier, beobachteten den Sonnenuntergang und bereiteten unsere Weiterfahrt auf die Insel Hvar vor. Ich muss mich noch immer daran gewöhnen, dass Piet die Kriterien guter Plätze zum Ankern und Festmachen nach Wind und Wetter auswählt.
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Auf dieser Insel hatte ich mir vorgenommen die ehemalige Schulkameradin Milena ausfindig zu machen. Ich habe sie seit Jahrzehnten nicht gesehen.
Die Recherche übers Internet, über eine Schulfreundin und unseren ehemaligen Englischlehrer ergab nur den veränderten Nachnamen und den Ort Vrboska im Norden der Insel. Also ankerten wir in einer davor gelagerten recht belebten Bucht. Ich rief die Touristeninformation an, da Milena als Hoteldirektorin tätig sein sollte. Eine nette junge Dame erklärte mir in perfektem Englisch, ja, sie würde sie kennen. Den Datenschutz wahrend, fragte sie nach meiner Telefonnummer, die sie weitergeben würde.
Dann geschah zunächst gar nichts. Spätabends hatte ich eine Nachricht von Milena .
Hurra! Und am nächsten Tag um 17.00 Uhr wollten wir uns im Beach Kafic, ein kleines Holzhäuschen in unserer Bucht treffen. Wir fanden die Örtlichkeit mit unserem Dingi vom Katamaran herübertuckernd sofort. Ich stand mit dem Rücken zum Cafe, drehte mich um und fühlte mich um Jahrzehnte zurückversetzt:  die bekannte Stimme, Statur, Gestik und Mimik, halt nur etwas älter. Es waren muntere dreieinhalb Stunden Austausch, wo wir auch viel über die Umstände kurz nach dem Krieg in den neunziger Jahren hier in Kroatien erfuhren. Es war sicherlich eine große Umstellung für Milena, viel in der Welt rumgekommen, sich hier mit Familie in einem kleinen Ort zu etablieren, So kreuzten sich nun unsere Lebenswege. Dieses Wiedersehen war für mich einfach eine große Freude. Ich bin gespannt, ob, wann und wo wir uns das nächste Mal treffen werden.
Auf Hvar blieben wir einige Tage, besichtigten mit dem Linienbus hinfahrend die Stadt Hvar, wo die Fähren die Touristen zur Zeit zu Hunderten auf die Insel bringen.
Wir wanderten und bummelten durch verwinkelte Gässchen. Ich spazierte dann auf die Festung. Die wunderschöne Aussicht über die vorgelagerten Inseln von oben und den Aufstieg durch Pinienwald und eine Art Kräutergarten genoss ich sehr. Diese Stadt war aufgrund der nautischen Lage schon vorchristlich für verschiedene Mächte interessant; Blütezeit war wohl während der Herrschaft der Venezianer als Handelsplatz.
Nun ist es ein sehenswerter, jedoch beginnend überlaufender Ort für Touristen aus aller Herren Länder. Erstmals fielen mir wieder die vielen Asiaten und Engländer auf.
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Unsere Weiterfahrt von Hvar verzögerte sich dann durch das Aufkommen von stark böigen sich in der Richtung wechselnden Winden. Unsere Bucht vor Vrboska füllte sich mit Yachten. Piet meinte, es sei wie auf dem Jahrmarkt und wollte nur noch weg. Insbesondere nachdem sich in der Nacht ein im Päckchen liegender nicht ankender Katamaran vor uns liegend selbstständig machte. Die Leute dort an Bord bemerkten es dann doch und zogen von dannen.
Am nächsten Morgen machten wir alles klar Schiff und segelten bei noch recht aufgewühlter See vom Vortag Richtung Korcula.
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Wir suchten uns die Ankerbucht Levina noch vor Korcula aus. Hier trafen wir auf mehrere Boote mit der Trans Ocean-Flagge, die hier fast wie verabredet ankerten. Trans Ocean ist ein Verein deutscher Hochseesegler, wo Piet Mitglied ist, und worüber wir uns über Vortragsreihen immer mittwochs vorbereitet haben.
Also heißt es Kontakt aufnehmen: mit dem Dingi tuckerten wir erst mal zum Katamaran Yoko (auch eine Fontaine Payot, Lipari 41) und lernten Ilona und Andreas aus Rostock kennen.

Heute sitzen wir nun ein zweites Mal auf unserer Tour im Regen. Ich genieße gerade diese Zeit und schreibe diesen Bericht. Da tuckert ein Dingi zu uns und siehe da, Ilona und Andreas organisieren gerade ein Trans Ocean-Treffen heute Abend in einem Restaurant zum Essen.
So geht unkomplizierte Kontaktaufnahme.
Da sind wir mal gespannt und freuen uns drauf.
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Unsere erste Nachtfahrt zur Übung

7/13/2022

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Ausflug nach Biograd mit der Fähre von Pasman; Unsere erste Nachtfahrt zur Übung; Touristenfalle Krka Wasserfälle bei Skradin; vier Hochzeiten am Fließband in Sibenik; Ausruhen auf dem Weg zur Insel Brac in einer schönen Bucht vor Rogoznica
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Unser Ausflug von Pasman mit der Fähre nach Biograd führte uns wieder aus der Beschaulichkeit in einen Ort mit zig Restaurants am Wasser, einem Touristengeschäft neben dem anderen und einer sehr schön angelegten Marina, die auch gut mit Ersatzteilen ausgestattet war. Piet erstand nun endlich einen brauchbaren Anschluss für meinen ersehnten Backofen. Aber auf den Einbau warte ich noch, weil es doch immer wieder anderes zu sehen und zu tun gibt.
Das Perfekte jederzeit Verfügbare aus unserem Leben so gewohnt, verlassen wir hier unsere Gewohnheiten sowieso allmählich. Improvisation und Kreativität sind gefragt. Und das Ganze macht erfindungsreich.
Das Weiterziehen gehört zu dieser Form von Reisen: also geht am 23.6. um 02.40 Uhr der Anker auf und los. Piet hatte die Idee, ich sollte mich an Nachtfahrten gewöhnen. Das ist für mich eine echte Überwindung, gelang jedoch mit einem extra starken Kaffee. Eine Mondsichel , Sterne und viele für mich zunächst verwirrend blinkende Lichter. Nun habe ich ja für den Motorbootführerschein alles theoretisch gelernt. Es sieht nachts jedoch ganz anders aus. Gut, dass der Morgen in der Sommerzeit bald graute und den Blick steuerbords auf die Kornaten in der Ferne freigab. Die Kornaten sind eine Inselgruppe mit kaum Vegetation, die im Kontrast zur gegenüberliegenden Küstenlinie  wunderschön hervorsticht. Wir waren nur am Schauen und natürlich fehlten auch die Delfine nicht. Sie auf ein Foto zu bannen, gelingt immer noch nicht, sie tauchen ab und ziehen ihrer Wege.
Mit anfänglich wenig Schiffsverkehr tuckerten wir dahin.
Und dann kamen vor Sibenik aus allen Richtungen die  Fischkutter und -trawler, die ganz ungerührt mit hoher Geschwindigkeit ihre Ziele verfolgen. Mir stockte fast der Atem, als Piet doch recht schnell unseren Kurs veränderte und ein Fischkutter an unserem Heck knapp vorbei rauschte. Mir war das gar nicht geheuer, für Piet war es keine besondere Situation.
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So kamen wir zur Hafeneinfahrt vor der hübschen Stadt Sibenik mit regem Schiffsverkehr. Da hatte ich mich –nun im Hellen- an etliche Fahrmanöver schon gewöhnt.
Wir ließen die Stadt an uns vorbeiziehen und bogen links in den Krka Fluss ein. Er ist zunächst breit, rechts und links von Fischfarmen gesäumt, dann geht es weiter unter einer Autobahnbrücke hindurch wo mein laienhaftes Auge denkt, nun wird der Mast „abrasiert“, und verjüngt sich schließlich schlängelnd in einer canyonartigen Landschaft.
So ging es einige Seemeilen landeinwärts umrahmt von dieser felsigenLandschaft steil rechts und links  des Flusses, der sich dann in den Prokljan-See öffnet, den viertgrößten See in Kroatien. Das Wasser schmeckte noch ziemlich salzig; es ist Brackwasser. Erst weiter im Flussverlauf der Krka und Guduca im Nationalpark ist es Süßwasser. Wir suchten uns eine kleine Ankerbucht vor dem Örtchen Raslina, um den nächsten Tag ganz früh in den Nationalpark zu starten.
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Spätabends beobachteten wir einen Fischer, der in dunkler Nacht neben uns ganz leise ohne Licht über den See verschwand, später wieder anlandete ohne dass an Bord  morgens etwas verändert aussah. Das Ganze beobachteten wir zweimal. In der zweiten Nacht wurden neben uns schwere Gegenstände ins Wasser geworfen. 
In meiner Fantasie kamen Schmugglergeschichten auf, angeregt durch einen Gastwirt, der über die Grenze Bosnien- Herzegowina 45-50 km entfernt Schmuggelgeschichten erwähnte. Piet zog mich nun fortan auf und malte unsere Beobachtung weiter aus, bis ich bei jedem nächtlichen Geräusch hellwach im Bett saß. Was immer es gewesen sein mag, es war irgendwie merkwürdig.
Wir starteten nun frühmorgens zu unserem Ausflug in den Krka Nationalpark mit Schwung und guter Laune. im Örtchen Skradin, wo wir vergeblich zum Festmachen eine Muring suchten, wurden wir stattdessen von einem netten Marina Mitarbeiter „eingeladen“, für rund zweihundert Euro, Ihr hört richtig, am Steg anzulegen. Enttäuscht und auch wütend über solch eine Geldschneiderei, der Eintritt von je 200 Kuna (ca. 26 Euro pro Person) war darin noch nicht berücksichtigt, kehrten wir nach Raslina zurück. Piet schaltete auf stur und war einer Alternative nicht mehr zugänglich. Ich drängte darauf irgendwie anders noch in den Nationalpark zu gelangen. So kriegten wir uns in die Haare. Dabei war es einfach nur die Enttäuschung, etwas anders vorgefunden zu haben, als angegeben. Wir haben ohne den Krka Nationalpark gesehen zu haben, schon so viel Schönes gesehen, dass es gar keine Rolle spielt.
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So blieben wir noch einen Tag und entschlossen uns dann stattdessen Sibenik, die Hafenstadt an der wir vorbei geschippert waren, aufzusuchen. Zunächst betankten wir unseren Albatros wieder mit Diesel und legten dann mitten in der Stadt an. Es war ein buntes Treiben mit langsam zunehmendem Tourismus aus aller Herren Länder, aber auch Einheimischen, die abends an der Pier flanierten. Wir kamen tagsüber an, und ich beobachtete, nachdem ich gerade noch die Kathedrale des Heiligen St. Jakob besichtigt hatte, einen Hochzeitsmarathon von vier Trauungen nacheinander.
Die schöne Kleidung, insbesondere der Frauen, nahm ich mit zwei Österreicherinnen ins Visier. Auffällig war auch das Nationalgefühl der Kroaten, die eine große kroatische Fahne schwenkend singend vor der Kirche und in einer Art Festmarsch an der Promenade entlang zogen und dabei fröhlich musizierten.
Wenn wir uns so traditionell national verbunden öffentlich zeigen würden, hätte es wohl sofort eine ganz andere Bedeutung. So unterschiedlich ist es halt.
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Bei recht anständigem Schwell am Tag und in der Nacht hatten wir am nächsten Tag Lust auf ein wenig Ruhe. So segelten wir die halbe Strecke nach Brac und ankerten für einige Tage vor Rogoznica. Dort war es an Land vor Ferienbeginn noch recht beschaulich. Eine superchice Marina, eine Restaurantmeile und die überall in Kroatien anzutreffenden Konzum und Studenac Markets sorgten für Abwechslung im Bordalltag.
 
Wenn Langeweile aufkommt wird gelesen, und ich widme mich dem Spanisch lernen.
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Reisen mit unserem Albatros

6/19/2022

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Ein Wechsel von Reparaturen an Bord, Befindlichkeitsstörung, Besichtigungstouren und nicht einschätzbaren Wettervorhersagen sowie einem Wiedersehen.
 
In der Bucht von Portic ging Pfingsten ganz gemütlich vorbei, und wir fanden Zeit uns mit unserem „water maker“ zu beschäftigen: ein Konstrukt aus einem Kärcher Hochdruckreiniger ,das über Filtersysteme Salzwasser laufen lässt, um Süßwasser zu gewinnen. (Ich hoffe ich habe es technisch korrekt zusammengefasst?!)
Der Wert von trinkbarem Wasser als wertvolle Lebensgrundlage wird uns an Bord ziemlich bewusst.
Piet ist in seinem Verbrauch deutlich reduzierter als ich. Erst, wenn der Wassertank fast wieder leer ist, und wir unseren täglichen Verbrauch berechnen, wird mir jedes Händewaschen bewusst.
Wir sind sehr stolz auf unsere erste Süßwasser Produktion. Aber die Freude währt nicht lange, nun greife ich zeitlich etwas vor, heute am 19.6. hat sich der Kärcher „verabschiedet“. Piet hat ganz umsichtig ein Reservegerät mit auf die Reise genommen und ist gerade am Auswechseln.
Nun zurück zum chronologischen Verlauf:
Am 7.6. verließen wir die beschauliche Ankerbucht von Portic an der Südspitze Istriens und segelten circa 32 Seemeilen weiter nach Mali Losinj auf der Insel Losinj. Dicht bei dicht machten wir im Hafen an einer Muring fest. Schon eigentümlich, jede menschliche Äußerung vom Nachbarboot mit zu bekommen.
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Ja, und auch wir hatten eine leichte menschliche Regung im Sinne einer schweigenden Unstimmigkeit, was die Haushaltsaufteilung anging. Hier an Bord ist es irgendwie ja auch gar nicht anders möglich, als dass die klassische Rollenaufteilung eintritt. Doch dies bedeutet für mich in meinem Selbstverständnis eine große Umstellung. Wir lernen da gerade recht gut miteinander umzugehen.
So besichtigten wir Mali Losinj innerlich etwas „Wolken verhangen“. Dabei ist es ein ganz schönes Städtchen. In der Nacht wachte ich durch einen heftigen Aufprall am Heck auf. Piet war draußen schon zugange die Leinen bei aufkommenden Windböen  zu verändern und zu straffen.
Am darauffolgenden Morgen entschlossen wir uns, nach kurzem Lebensmitteleinkauf, weiter zu segeln. Bei Windstärken von 4-5 Beaufort aus Nordost segelten wir zu einer kleinen Bucht namens Luka Jadriska auf der Insel Cres, um Schutz vor der vorhergesagten Bora zu finden. So warteten wir auf den „großen Sturm“. Es regnete, gewitterte und böte auch so vor sich hin, aber die prognostizierten 50 Knoten Wind kamen nicht. Wechselnde Wetterprogramme änderten ständig hin und her. Das Ganze war eher verwirrend als aufklärend. So gingen wir auf Nummer sicher und blieben bis zum 11.6. in unserer - sich als sicher erweisenden - Ankerbucht liegen. Am Festland soll diese Bora ganz ordentlich gewütet haben.
Am 11.6. machten wir uns dann auf zur Insel Pag, die durch diesen Fallwind zum Teil kaum noch Vegetation hat und  stellenweise wie eine Mondlandschaft  aussieht. Zu Zeiten der Bora ein gefährliches Segelgebiet mit den höchsten Windgeschwindigkeiten im Velebit-Kanal.
Unser Segelbeginn war zunächst recht gemütlich, und dann war vor Pag der Wind plötzlich mit über 30 Knoten da; wie aus dem Nichts bei strahlend blauem Himmel. Wir gaben unser Vorhaben, Pag mit einem guten Ankerplatz zu besuchen auf, und segelten weiter  zur vorgelagerten  Insel Vir. So ändern sich angepasst an die Wettersituation ganz schnell die Pläne! In einer Bucht südlich der Insel ankernd war es jedoch kein ganz ruhiges Schlafen. Nachts standen wir auf und prüften die Ankerposition. Das Boot drehte sich zügig um den Anker, der jedoch fest saß.
Am 12. und 13.6. trafen wir/ich meine  muntere junge Freundin ‚Renata’ aus Tschechien mit Familie. Für mich war es ,nach zweijähriger Corona Pause, eine große Freude sie wiederzusehen. Für Piet waren es lauter fremde Menschen mit denen er nicht soviel anfangen konnte. So verbrachte ich am 2. Tag einige Stunden allein mit der Familie und Piet widmete sich seiner Arbeit an der Zeitung.
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Am 14.6. brachen wir dann auf und segelten bei über 30 Knoten Wind hoch am Wind, wobei wir 6,5 bis 7 Knoten Fahrt machten, und waren relativ rasch in Zadar in einer schönen Marina Zadar mit 150 Euro Liegegebühren am Tag. Die Zeit in dieser Stadt war einfach grandios: das ausgiebige Duschen, das Bummeln durch die Stadt (keine Angst, ich habe nichts gekauft!), eine sogenannte Meeresorgel am Wasser, ein wunderschöner Sonnenuntergang in einer Bar.
Und wäre das noch nicht genug: Piet überraschte mich mit einem Ausflug zu den Plitvicer Seen. (ca. 140 km von Zadar entfernt). Alte Winnetou Fans kennen den Film „Schatz im Silbersee“ mit den grandiosen Naturaufnahmen bestimmt.
Dieses Naturschutzgebiet ist nur mit einer beschränkten Besucherzahl und deftigen Eintrittspreisen zu besuchen. Als wir an den Eintrittsgates vorbei fuhren war dort ein Menschengewimmel, und wir entschlossen uns einen per Internet recherchierten ‚Inkognito’ Spezialzugang aufzusuchen. Und wir fanden ihn auch, parkten am Waldesrand, spazierten anderen Wandern hinterher und ... standen von oben auf einen Wasserfall schauend mit Blick auf türkisblaue Seen. Es tauchte zwischen dem Grün des Waldes so unvermittelt auf, dass uns der Anblick gefangen nahm. Wir wanderten auf einer Art Höhenweg in diesem Naturschutzpark herum, durch Schilder immer wieder aufmerksam gemacht, dass dies nur mit gültigem Ticket möglich sei.
So endete dann unser schöner Weg an einem Gate mit Kontrollposten, der das Weiterkommen nicht möglich machte. Wir hatten jedoch schon soviel Schönes gesehen, dass wir nach 3 Stunden den Rückweg antraten, erfüllt von wunderschönen Eindrücken. 
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Nun sind wir seit zwei Tagen, wieder ankernd, vor der Insel Pasman angelangt und Ausbesserungsarbeiten gestalten die Tage: gestern habe ich 2 Stellen am Vorsegel mit meiner mitgenommenen Maschine genäht und zusammen haben wir das Segel schrubbend von Dreck und Moosstellen befreit.
Heute hat die Nähmaschine wohl etwas  nicht verkraftet und muss auch nachgesehen und gewartet werden.
Ihr seht, es ist ein munterer Wechsel, der diese Form zu Reisen so lebenswert macht. 
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Auf, auf die Fahrt beginnt!

6/8/2022

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Unsere Schweizer Bootsnachbarn Silke und Fedi verabschieden uns beim Auslaufen aus Grado.
Hurra am 30.05.2022 beginnt unsere Fahrt mit lieber Verabschiedung unserer Bootsnachbarn  von der ‚Beso del viento’ (‚Kuss des Windes’ poetisch, nicht wahr).
Wir tanken noch Diesel und upps ...hätten unaufmerksam fast einen Dalben geküsst. Piet steuerte aufblickend das Steuer scharf einschlagend ungerührt daran vorbei, und mir zitterten die Knie. Bei herrlichem Sonnenschein und spiegelglatter See nach zwei unruhigen Starkwindtagen vorher tuckerten  wir gemütlich vor uns hin und bestaunten die wunderschöne Küstenlandschaft im Golf von Triest Richtung Kroatien. Allmählich bekamen wir Tee-/Kaffeedurst ich hüpfte beherzt in den Salon und...? stand im Wasser!
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Ich konnte es kaum glauben. Durch eine heftige Wellenbewegung durch ein vorbei fahrendes Motorboot, hatte die Waschschüssel die in der Spüle stand, den Wasserhahn gelockert und Wasser marsch. Meine Güte immer diese Überraschungen. Ich wischte Eimer um Eimer, bis alles wieder trocken war oberflächlich. Nun abends hob sich dann das Teakbootsparkett. Dazu später.
Verspätet mit unseren Getränken saßen wir an Deck uns wurden wir durch einen  allein umherziehenden Delfin der fröhlich durch Wasser sprang belohnt. Ich war so fasziniert über dieses Erlebnis, dass ich die Kamera vergaß.
Am Spätnachmittag landeten wir in unserem 1. Anlaufhafen in Kroatien Umag. Nach Erledigung der Formalitäten: melden bei der Polizei, Anmelden beim Hafenmeister und online die Touristen Tax anmelden und bezahlen., bummelten wir durch diesen malerischen Ort und genossen die Atmosphäre, noch nicht Touristen überlaufen. Vom Boot aus vor der Stadt ankernd mit all den nächtlichen Lichtern hätte es romantischer nicht sein können.
Nächsten Tag setzen wir mit unserem Dingi wieder über nach Umag, um wlan A-anschluss zu bekommen. Piet wollte an seiner Zeitung arbeiten , und ich bummelte durch die Stadt.
Tja, und weiter ging es Richtung ‚Rovinj ‚.Ich wollte ihn unbedingt sehen, prangt ja , wenn es um Kroatien geht auf jeder Postkarte, Es ist auch ein von außen malerischer Ort mit engen Gässchen und einer Kirche auf dem Hügel. Jedoch Piet und ich waren uns da einig, einfach eine Touri Hochburg , wo wir uns freuten, an unseren Ankerplatz hinter dem Inselchen Sv.Andrija zurückzukehren.
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Am Donnerstag segelten wir dann weiter an der kroatischen Küste entlang endlich unter Segel, machten Mittagspause in einer kleinen Badebucht, wo ich das erste Mal schwimmen ging. Nach Überwindung ganz herrlich in dem klaren türkisbauen Wasser zu schwimmen mit Blick auf den Grund und von ,ich glaube, es waren laut google  haufenweise Schwarzfleckbarben.
Auf der Weiterfahrt begegneten wir dann 3-4 Delfinen. wieder schwer mit der Kamera einzufangen, aber für mich einfach faszinierend diese Tiere in ihrem verspielten tummeln im Wasser zu beobachten. Dabei vergesse ich dann glatt auf den Schiffsverkehr, der mich manchmal noch beunruhigt, zu achten.
So landeten wir in der Inselwelt hinter Pula und fanden ein schönes Plätzchen in einer Bucht, wo mehrere Yachten schon ankerten. Die gesamte Küste ist recht felsig, aber unser Anker hält problemlos.
Dieser Platz wird musikalisch ‚umrahmt’: inzwischen liegen 8 Boote im Päckchen nebeneinander , mit Männern, die den liebem langen Tag musizieren und singen. Die Tuba sticht besonders hervor, Wir müssen manchmal richtig lachen, wenn die Tuba wieder in den Wettstreit mit dem Akkordeon geht und die Männerstimmen dahinter wohl klingend etwas verblassen.
Ihr seht wir kommen langsam in einen Müßiggang und beobachten und lassen die Seele baumeln.
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Bye, bye Germany

5/31/2022

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Letzte Woche war ich vorerst zum letzten Mal in Deutschland. Grund war der Verkauf meines geliebten Golf GTIs, der mich in den zurückliegenden Jahren perfekt begleitet hatte und den zu fahren stets großen Spaß bereitete. Doch was sollen wir zukünftig mit einem Fahrzeug, das nur rumsteht? Gundi hatte ihren Wagen bereits vor vier Wochen in Reinfeld beim Händler zurückgegeben und so ähnlich machte ich es auch.
Meine Schwester Irene wohnt mit meinem Schwager Willy in Schwabmünchen bei Augsburg. Also kontaktierte ich deren Sohn Peter, seines Zeichens im Automobilgeschäft tätig und mit besten Kontakten. Peter sagte sofort zu, sich um den Verkauf meines Wagens zu kümmern. Kein Problem also.
So fuhr ich letzten Donnerstag bei schönstem Wetter durch die Alpen über den Chiemsee nach Schwabmünchen, auch um noch die eine oder andere Kiste Material, das wir zu viel an Bord hatten und dessen Gewicht wir uns auf dem Cat ersparen wollten, los zu werden. Willy war so nett, mir bei der Einlagerung des übrigen Materials auf deren Dachboden zu helfen.
Danach waren noch einige Einkäufe zu erledigen, die Gundi mir aufgetragen hatte. Als wichtigsten Einkauf besorgte ich je 5 kg Roggen- und Dinkelmehl aus einer nahegelegenen Mühle, welches wir zum Brotbacken verwenden wollten. Das italienische Mehl ist für Brot unseres Geschmacks leider nicht geeignet.
Anschließend räumte ich alle Reste aus dem Fahrzeug, fuhr zur Waschanlage und stellte den Golf schließlich bei Mercedes Medele Schäfer auf den Hof, wo ein Verkäufer mir völlig unkompliziert die Restarbeiten abnahm und versprach, sich kurzfristig um den Verkauf zu kümmern. – Übrigens war der Wagen nach zwei Tagen weg, noch dazu zu einem sehr angenehmen Preis. Dafür meinen herzlichen Dank an Peter.
Den letzten Abend genossen wir, das heißt Peter mit Frau und Töchtern sowie meine Schwester Irene sowie Willy bei bestem Sommerwetter im Biergarten des Luitpoldhains, wo wir uns eine bayrische Brotzeit mit Schweizer Wurstsalat und andere Köstlichkeiten munden ließen.
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Schließlich machte ich mich per Bahn am Samstag auf den Rückweg zu unserem neuen Zuhause, derzeit in Grado stationiert. Ich kam mir mit all den Einkäufen, in einen schier nicht tragbaren Koffer gestopft, vor wie ein Packesel. Doch eine besonders bei der Durchfahrt durch Österreich wundervolle Reise durch sommerlich anmutende Alpenlandschaften brachte mich gegen Abend endlich nach Grado, wo mich Gundi bereits am Busbahnhof erwartete.
 
So gab es hier zum Willkommensgruß erstmal einen Cappuccino, ehe wir die wenigen Meter zur Marina Darsena San Marco zurücklegten.
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Dingi fahren will gelernt werden- ein ungewollter Stunt mit glimpflichem Ausgang

5/31/2022

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Wir waren nun schon einige Tage in unserer Marina Darsena San Marco, und ich hatte mit Piet einige Male Dingi Boot fahren geübt. Als blutige Anfängerin mit der Schwierigkeit die Pinne mit Gasgriff  richtig zu bedienen bei gleichzeitig starken Strömungsverhältnissen durch die Gezeiten mühte ich mich ängstlich und auch unsicher ab. Für einen erfahrenen Skipper sicher eine Herausforderung, das gelassen mit anzuschauen.
Es war ein wunderschöner Frühlingstag; wir hatten unsere vorgenommenen Arbeiten für diesen Tag erledigt und wollten, in ‚Grado’ in einer Bar sitzend den Tag ausklingen lassen. Ich ‚stadtfein’, Peter wollte noch kurz duschen, überquerten wir unseren Lagunenarm. Drüben angekommen, bemerkte Piet, dass er unseren Schlüssel für die Marina vergessen hatte. Na klar, eine Gelegenheit für mich einmal allein zurück zu unserem Boot zu fahren. Eine Möglichkeit zu üben. Wunderbares Anlegen, Schlüssel geholt und retour.
Beim Einbiegen in den etwas verwinkelten Anleger legte ich die Pinne falsch herum, wurde hektisch, drehte das Gas voll auf und knallte hinten sitzend an einen anderen Steg. Der Bug stieg und stieg unaufhaltsam senkrecht in die Höhe und der geneigte Leser/-in ahnt es schon: unser Dingi überschlug sich und begrub mich unter sich. Bei starker Strömung tauchte ich wieder auf und drohte unter den Steg gezogen zu werden. Wie  ein Äffchen klammerte ich mich mit Händen und Füssen am Stegbrett fest. Der Motor sagte, inzwischen unter Wasser, keinen Piep mehr. Weit und breit keine Menschenseele. Das naheliegende Restaurant hatte noch geschlossen, kein Bootsbesitzer in Sicht und Piet fröhlich duschend.
Wie lange ich baumelnd verharrt habe weiß ich nicht; im Schreck zieht sich solch ein Moment ja wie eine Ewigkeit. Endlich erschien Piet, schaute umher und sah zunächst einmal nichts : kein Boot und keine Gundi. Dann erblickte er mich, kam auf den Steg gerannt und zog mich mit Schwung wie einen begossenen Pudel aus dem Wasser. Triefend stand ich da und das Seewasser lief mir nur so aus Schuhen.
Nun sahen wir uns die Bescherung erst einmal an: Dingi Kopf über mit dem Propeller verkeilt unter dem Steg. Zusammen stellten wir uns auf den Kiel des Bootes und versuchten das Dingi bei der starken Strömung frei zu ruckeln. Dabei wäre Piet fast ebenfalls baden gegangen.
Schließlich gelang es das Boot wieder zu wenden. Nun machte Piet sich auf die Suche nach verloren gegangenen Sachen, die wir üblicherweise im Boot gestaut haben. Wie ein Wunder schwamm der Marinaschlüssel wohlbehalten in unserem Kugelfender, den wir füllen lassen wollten.
Alle Sachen eingesammelt, ich mich langsam vom Schreck erholt, standen wir vor der Frage, wie den Lagunenarm ohne Motor überqueren? Es war kein Mensch zu sehen, der uns hätte schleppen können. Also begaben wir uns in der Bootshalle auf die Suche nach Paddeln, die wir uns „ausliehen“. Auch das noch, ich kam mir vor wie eine klatschnasse Diebin. Piet meinte, dies sei ein Notfall, und schritt mutig voran.
Schnell paddelten wir rüber zu unserem Katamaran. Das kann ich von früher besser als Motorboot fahren, und wieder zurück mit eigenen Paddeln, um die geliehenen schnellmöglich zurück zu bringen.
Die Marina ist mit vielen Kameras überwacht, die sind wohl an diesem Wochenende komplett ausgefallen.
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Aber Ende gut, alles gut, mir ist nichts passiert. Peter spülte den Motor intensiv mit Süsswasser und reparierte ihn anschließend mit unserem Bootsnachbarn Fedi.  In all seinen Jahren als Segler hat Piet eine solche Situation noch nicht erlebt. Tage später stellten wir fest, dass uns unser neuer Anker mit Leine fehlte und der Motor doch eine Werkstatt benötigte.
Unfreiwillige Stunts und dann noch ohne Publikum braucht kein Mensch. Und Übung macht dann mit der Zeit den Meister!
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Ankommen, ausbauen, umbauen...

5/22/2022

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Unser Katamaran Albatros am Steg in Grado.                   
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Gundula beim Befestigung von LED-Lichtern über den Fenstern.                     

Grado - Am 6.5.2022 kommen wir nach zweitägiger Fahrt im voll beladenen Golf plus Dachträger endlich an unserem Liegeplatz in Grado an der italienischen Adria an.
Erstmal ist allmähliches Ausräumen und Verladen der mitgebrachten Schätze in unser Beiboot angesagt, denn der Katamaran liegt an einem Steg auf der anderen Seite des Wasserarms, der die Marina von dem flussseitigen Inselchen trennt. So wandern Stück für Stück diverser Ausrüstungsgegenstände der Elektronic, Antennen, Werkzeuge und vieles mehr vom Auto aufs Boot.
Die ersten beiden Wochen an Bord sind komplett mit dem Einbau unserer Errungenschaften wie AIS geprägt - eine Art „Schiffsradar", welches uns alle gewerblichen Schiffe in der Umgebung auf unserer elektronischen Seekarte anzeigt - also ein Sicherheitsfeature -  und weiterhin von jedem der es wünscht auf der Webseite: www.marinetraffic.com die aktuelle Postion unseres Schiffes Albatros zeigt.
Dazu geht man auf die genannte Webseite und gibt im  oben befindlichen Suchfeld unser internationales Rufzeichen „DQUC" ein. Und schon wird die letzte gemeldete Postion der Albatros angezeigt.


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Die erste Fuhre der eingekauften Lebensmittel auf dem Dinghi.
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Eine nicht mehr benötigte Kabinentür wird zersägt und zu einem Regal umgebaut.
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Das anschließende sinnvolle Verstauen auf dem Boot dauert  Stunden.
Neben Handwerklichem mussten wir angesichts unseres baldigen Aufbruchs auch an unser zukünftiges leibliches Wohl denken. An zwei aufeinander folgenden Tagen fuhren wir zu einem nahegelegenen Lidl und kauften neben kompletten Kartons von Grundnahrungsmitteln wie Erbsen, Mais, Kichererbsen, Tomatenpulpa, Nudeln, Reis und Kartoffeln auch vieles mehr, was uns für die nächsten zwei bis drei Monate nützlich und lecker erschien. 
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    Siehe auch „Get in touch“

    https://www.marinetraffic.com/en/ais/home/shipid:7008987/zoom:10

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